Gymnasiasten Die Gymnasiasten Kristina Schneider, Tina Petermann und Alexander Kozak (vorn von links) blicken auf die Pläne, während auf dem Gerüst die Fachoberschüler Tom Posern (links) und Sebastian Poppitz den Putz vom Wachpostenhäuschen entfernen.

Foto: Uwe Meyer

Schüler bauen kleinstes Museum

Jugendliche gestalten Kasernen-Rest von Glauchau um - Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde denkbar

Glauchau. Glauchau. An der Dr.-Heinrich-von-Wolffersdorff-Straße, an der neuen Einfahrt zum Krankenhaus, entsteht das kleinste Museum der Stadt, der Region, vielleicht sogar der ganzen Welt. Es könnte den Weg in das Guinness-Buch der Rekorde finden. "Darüber denken wir aber erst nach, wenn das Vorhaben abgeschlossen ist", sagt Hubertus Schraps. Er ist Geschichtslehrer am Glauchauer Gymnasium und baut mit der dortigen Arbeitsgemeinschaft Geschichte das kleinste Museum auf.

Thema im Museum ist die Militärgeschichte der Stadt. Die Überreste der Kaserne sollen zum Mini-Museum umgebaut werden. Von der kurz vor dem 1. Weltkrieg errichteten Kaserne an der Wolffersdorff-Straße sind nur ein Eingangsbogen und ein Postenhäuschen übrig. Beide Reststücke sind nach dem Abriss in den 1990er Jahren stehen geblieben und sanierungsbedürftig. Die Schüler des Gymnasiums erforschen nun die Geschichte der Garnision und konzipieren das Museum, das in dem Postenhäuschen eingerichtet werden soll. Neben Dokumentationen, für die unter anderem Tina Petermann zuständig ist, sind auch Exponate vorgesehen, zum Beispiel verschiedene Orden der Roten Arme. Alexander Kozak - der Gymnasiast stammt aus der Ukraine - hat aus seiner Heimat verschiedene Orden mitgebracht. Dazu gehören Marineorden und verschiedene Jubiläumsorden zum jeweiligen Jahrestag des Sieges der Roten Armee über Hitlerdeutschland. Beide Schüler arbeiten an einer Besonderen Lernleistung (Bell), die bewertet wird.

Während sich die Gymnasiasten um die Theorie und die Gestaltung des Museums kümmern, legen Fachoberschüler des Beruflichen Schulzentrums unter Anleitung von Praxislehrer Joachim Schönherr an den Kasernenresten Hand an. Zunächst werden defekte Putzstellen entfernt, sagt Schönherr. Wenn das Dach des Postenhäuschens erneuet ist, wird der Außenputz ausgebessert, innen wird neu verputzt. Abschließend bekommt das Ensemble die Originalfarbe "preußisch gelb", wie es Schraps bezeichnet.

Bis Jahresende sollen die Bauarbeiten abgeschlossen und das Museum eingerichtet sein. Verantwortlich für die weitere Nutzung und Gestaltung der Einrichtung sind die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Geschichte, die auch eine Broschüre herausgeben, in der die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit dokumentiert sind.

Nach Angaben der Redaktion des Guinness-Buches gibt es noch kein "Kleinstes Museum der Welt". Sprecher Olaf Kuchenbecker sagt, dass sich die Betreiber des Museums im Internet an die Guinness-Redaktion wenden können. Dann könne verbindlich geprüft werden, ob das "Kleinste Museum" als Rekordkategorie akzeptiert wird. Denn grundsätzlich soll aus seiner Sicht ein Museum ja verschiedene Exponate zeigen, was auf den ersten Blick wegen des Platzangebotes konträr zur Idee eines kleinsten Museums sei.

 
erschienen am 02.09.2010 ( Von Stefan Stolp )
 
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