Peter Dresler - OberbürgermeisterFoto: Wiegand Sturm
Stadt investiert bis 2016 in Schulen
Glauchau will in den nächsten Jahren für die Bildung viel Geld in die Hand nehmen - Straßenbau steht an zweiter Stelle
Glauchau. Zum Jahresbeginn werden die Weichen für Investitionen gestellt. Über die Schwerpunkte Schulen, Straßen und Innenstadt hat Stefan Stolp mit Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) gesprochen.
Freie Presse: Einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr war die Einweihung des rekonstruierten Gymnasiums. Die Stadt baute keinen Luxus, sondern Standard. Wann wird es in den anderen Schulen Standard geben?
Peter Dresler: Wir haben auch die Fassadensanierung und die Lehrküche in der Wehrdigtschule fertig bekommen. In diesem Jahr werden wir die Innensanierung in der Rosarium-Grundschule und den Anbau der Horträume in Angriff nehmen, um die stückchenweise Rekonstruktion der Schule zu beenden. Geld fließt auch in die Grundschule Niederlungwitz.
Da bleibt die Sachsenalleeschule das Sorgenkind?
Wir warten auf das Ergebnis der externen Untersuchung. Es geht um die Frage Sanierung oder Neubau. Und wenn Neubau, an welchem Standort. Und es geht um die künftige Nutzung als Grund- oder Mittelschule. Das Ergebnis, mit welcher Variante die Stadt besser fährt, erwarten wir im zeitigen Frühjahr. Schon jetzt steht fest, dass wir das Vorhaben mit großer Wahrscheinlichkeit aus eigener Kraft stemmen müssen, sprich ohne Fördermittel. Da sind wir bei der Sanierung der Sachsenalleeschule schnell bei fünf Millionen Euro ohne Außenanlagen und Turnhalle.
Trotz aller Kosten steht das Thema Bildung und Schule ganz oben, wenn es um Investitionen in Glauchau geht.
Bis mindestens 2016 investieren wir vorrangig in die Schulen der Stadt. Straßenbau steht erst an zweiter Stelle.
Und das bei dem von den Glauchauern häufig kritisierten Zustand der Straßen ...
Da haben die Glauchauer Recht. Das Problem ist jedoch die Finanzierbarkeit, denn Straßenbau ist immens teuer. Dort wo es Fördermöglichkeiten gab, haben wir investiert, etwa im Stadtteil Wehrdigt oder am Wiesengrund, am Rothmühlenweg und am Staubholz. Wir haben auf dem Stadtring viele Abschnitte mit einem unbefriedigenden Straßenzustand, und die wichtige Funktion des Stadtrings im innerstädtischen Verkehr ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Aber immer, wenn ich darüber nachdenke, wie man eine Straße bauen kann, bricht eine Brücke zusammen, wie die Schlossbrücke oder die Muldeüberquerung in Wernsdorf. Nach jetzigem Stand werden wir am Stadtring im Jahr 2014 etwas machen. In diesem Jahr kommt unter anderem die Quergasse mit der Hoffnung an die Reihe.
In nächster Zeit rückt auch eine Entscheidung über die Industriebrache Palla näher. Wie sehen Sie die Situation?
Es gibt zwei Seelen in meiner Brust. Der ortsbildprägende Charakter des Komplexes ist unbestritten. Bleibt die Brache stehen, muss die Stadt jährlich etwa 25.000 Euro aufbringen, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden. Das aktuelle europäische Förderprogramm für den Abriss von Industriebrachen endet Ende 2013. Das heißt, in der nächsten Förderperiode wird es die hohen Prozentsätze nicht mehr geben. Wie die Förderung einmal aussehen wird, wissen wir heute noch nicht genau. Die Gefahr besteht, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt doch abreißen müssen, wenn das Gebäude nicht mehr zu halten ist. Und dann kann es richtig teuer werden.
Aber die Stadträte, die das schließlich zu entscheiden haben, setzen auf die Wirtschaftsförderung und hoffen, dass Investoren für den Palla-Komplex gefunden werden.
Unser neuer Wirtschaftsförderer, Alfons Wagener, ist ein guter Mann, er kann aber gerade im Bereich der Innenstadt auch keine Wunder vollbringen. Die nackten Zahlen werden die Entscheidung im Stadtrat beeinflussen. Und als Oberbürgermeister muss ich von Amts wegen mit dem Geld der Stadt verantwortungsvoll umgehen. Es gibt auch andere markante Gebäude in der Glauchauer Innenstadt, über die noch entschieden werden muss.
Welche?
Sowohl das Bahnhofsgebäude als auch das Postamt stehen zum Verkauf. Für uns stellt sich die Frage: Wollen wir die Gebäude einem privaten Erwerber überlassen oder wollen wir sie selbst erwerben? Wenn ja, gibt es für mich derzeit folgende Rangfolge in der Bedeutung: Bahnhof, Post, Palla.


