Diese Quecksilber-Dampflampen am Wilhelm-Wunderlich-Weg sollen durch moderne LED-Lampen ersetzt werden. r
Foto: Uwe Meye
Stadtwerke tauchen Weg in weißes Licht
Meerane will Klimabilanz schönen: Quecksilberlampen weichen LED-Licht - Umbau als Test
Meerane.
Meerane. Klimaschutz fängt am Fußweg an. Zumindest in Meerane. Während bundesweit eine Temporeduzierung auf Autobahnen diskutiert wird, um den Kohlendioxidausstoß zu verringern, bauen die Meeraner den Wilhelm-Wunderlich-Weg nahe der Hohen Straße um.
Dort sollen in den nächsten Wochen LED-Lampen statt der alten Quecksilber-Dampflampen leuchten. "Das Material ist bestellt. Wir rechnen ab 20. September damit", sagt Patrick Kühni, Leiter des Bereiches Netze in den Stadtwerken Meerane. Jeder zweite Mast wird zunächst durch einen neuen, einen Meter höheren, ausgetauscht, letztlich alle 25 Stück.
Der Plan: Die neuen Lampen schönen die Klimabilanz der Stadt. Sie reduzieren den Kohlendioxidausstoß und Geldausgaben. Laut Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) kann mit der neuen LED-Technik der jährliche Energieverbrauch von 16.000 Kilowattstunden auf 1300 Kilowattstunden gesenkt werden.
Die neuen LED-Lampen werden ein solch weißes Licht ausstrahlen wie in diesem Beispielbild.Foto: Indal GmbH
In Stromkosten umgerechnet: Das Licht am Fußweg kostet heute 2330 Euro im Jahr, morgen nur noch 220 Euro. Ein schlagkräftiges Argument für klamme Gemeinden, alle Straßenlaternen umzustellen? Nicht für Patrick Kühni. Nach seinen Angaben fehlen Langzeiterfahrungen. "Wir wollen selbst sehen, wie das Licht ankommt, ob Leuchten ausfallen, wie weit sie strahlen." Am Fußweg könne das gut getestet werden, ohne den Fahrverkehr zu blenden.
Bevor es auf die ganze Stadt ausgeweitet wird, sollen Kinderkrankheiten beseitigt werden. "Als die ersten Autos mit Xenon-Scheinwerfern fuhren, hagelte es massive Beschwerden. Viele fühlten sich geblendet", erinnert Kühni. Mittlerweile haben die Hersteller reagiert und angenehmere Farben entwickelt. Die Umrüstung kostet nach ersten Schätzungen knapp 33.000 Euro. Um die Kosten zu begrenzen, läuft ein Fördermittelantrag bei der sächsischen Energieagentur. 19.000 Euro wurden bewilligt.
Die Stadtwerke hatten sich von mehreren Herstellern Probeexemplare besorgt, vier davon am Waldsachsener Weg getestet und sich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung dann für jene Firma entschieden, die die meiste Energieeinsparung, beste Garantien und auch Montagefreundlichkeit verspricht. Nicht nur das weiße Licht ist futuristisch, sondern auch das Aussehen der Leuchten. Sie ähneln Ofenkacheln, 40-mal 40 Zentimeter groß.
Alle sechs Jahre mussten die Quecksilberdampflampen bisher ausgewechselt werden, die LED-Technik soll bis zu 20 Jahre durchhalten.
Stichwort
LED: lichtemittierende Diode, Vorteile: exakte Lichtlenkung, geringe Wärmeentwicklung, hohe Lichtausbeute, energiesparend, lange Lebensdauer, Nachteile: höhere Anschaffungskosten, manche empfinden das Licht als kalt.


