Am Stand von Töpferin Roswita Lorenz (links) ließen sich Christina Lerch und Christian Bock aus Meerane sowie Sandra Weniger aus Wilkau Haßlau (von links) über neue Trends und Produkte informieren.
Foto: Wiegand Sturm
Töpfermarkt lockt 15.000 Besucher nach Waldenburg
Tassen und Blumen stehen hoch im Kurs - Die Polizei indes verteilte fleißig Knöllchen
Waldenburg. Da fiel kein Apfel mehr zu Boden: Menschenmassen haben sich am Wochenende durch die Töpferstadt geschoben. Ein Spruch war auf dem Freiheitsplatz immer wieder zu hören: "Diese Massen. Das ist der Wahnsinn." Sonntagabend konnte Nadine Salzbrenner vom Tourismusamt Bilanz ziehen: "Gut 15.000 Besucher waren da, wir sind sehr zufrieden." Der 18.Waldenburger Töpfermarkt war damit ein voller Erfolg - an den mehr als 80Ständen der Händler und bei den Besuchern.
Offenbar blieben keine Wünsche offen. Bewaffnet mit Tüten, Paketen oder Beuteln traten viele Gäste den Rückzug an. Es wurde nicht nur geschaut, sondern auch kräftig zugeschlagen. Auch bei den Falschparkern, denn da gab es reichlich zu tun. Die Polizei verteilte eifrig Knöllchen bei denen, die an unerlaubten Stellen standen - sehr zum Unmut vieler Gäste. "Darauf haben wir als Stadt keinen Einfluss", sagte Nadine Salzbrenner, der die Kritik zu Ohren gekommen war. Wer auf dem Parkplatz am Muldeufer stand, konnte solchen Ärger vermeiden.
Zu den neuen Trends, die auf dem Töpfermarkt zu sehen waren, gehörten Blumen aus Keramik, die nie verwelken. Sie bleiben frisch, ob in der Vase oder im grünen Topf - und das ganz ohne Wasser. Rund oder mit gezacktem Rand, gezeigt wurden sie von der "Töpferei in der Mühle" aus Wittichenau bei Kamenz und gehörten zu den Rennern.
Daneben standen Tassen hoch im Kurs: in immer neuen Farben und neuen Formen. Große und kleine, künstlerisch oder ganz einfach gestaltete, die Vielfalt war nicht zu überbieten. Wer es eher praktisch mochte und den Platz dafür hatte, fand Behälter für Kartoffeln und Zwiebeln, für Brot und eingelegte Gurken, große Keramiken für den Garten, Traditionelles wie das Blau-Grau der Waldenburger Töpfer, auch mal in der Trendfarbe Rot.
Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) zeigte sich zufrieden: "Der Markt ist wieder gelungen. Für die Kinder haben wir besonders viele Angebote zum Spielen und Toben im Programm." Da war dann Nachmittag kein Halten mehr, als Stadtführer Konrad Rammler sie zur Schatztruhe an den großen Buddelhaufen brachte. Daria (5) und Sarah Gerhardt (12) gruben besonders eifrig und fanden beim "Schnellbuddeln" mehr als zwölf kleine Spielzeuge.
Seit 17 Jahren ist die Töpferei Täubner aus Tiefenort im Werratal dabei. Das Ehepaar gehört zum Stamm der Händler. "Wir sind mit dem Geschäft sehr zufrieden." Und da der Töpfermarkt Waldenburg immer für eine Überraschung gut ist, kam "König Drosselbart" mit seinem Gefolge noch auf ein paar Minuten vorbei. Die Schauspieler zeigten Ausschnitte aus dem neuen Stück sehr frei nach den Brüdern Grimm, das am 23. Juni, 17 Uhr, auf der Freilichtbühne im Grünfelder Park Premiere hat.

