Bis Mitte September muss der Kunstrasenplatz fertig sein. Danilo Müller, Lars Beier und Sascha Rau (von links) setzen das Fundament.
Foto: U. Meyer
Torhüter baut Fußballplatz selbst
Mitarbeiter einer Wickersdorfer Firma hält für Bezirksklassisten VfB Empor Glauchau den Kasten sauber
Glauchau. Lars Beier, Fußball-Torhüter im Bezirksklassenteam des VfB Empor Glauchau, darf seinen eigenen Sportplatz bauen. Der 30-jährige Baugeräteführer stampft im Sportpark an der Meeraner Straße derzeit einen neuen Kunstrasenplatz aus dem Boden.
Im Mai haben Beier und seine Kollegen von der Firma Tief- und Straßenbau Geringswald aus Wickersdorf mit dem Bau begonnen. Bis zum 17. September soll der Platz fertig sein. Anschließend will der Torhüter auf dem Kunstrasenplatz möglichst wenig Gegentore kassieren und viele Siege bejubeln. "Wir liegen bisher voll im Zeitplan", freut sich der Schlussmann über den raschen Fortgang der Arbeiten auf der 800.000-Euro-Baustelle.
Das Hauptaugenmerk hat in den vergangenen zweieinhalb Monaten den Arbeiten im Untergrund des neuen Kunstrasenplatzes gegolten. Unter anderem musste eine 1600Meter lange Drainageleitung, die künftig für die reibungslose Entwässerung sorgt, verlegt werden. Außerdem wurde eine 40Zentimeter hohe, Sportstätten taugliche Tragschicht eingebaut. "Rund 4000 Tonnen Baumaterial stecken in dem Areal", erklärt Bauleiter Steffen Schnabel.
Zum Vergleich: Das entspricht der Ladung von etwa 140 Sattelschleppern. Mittlerweile konzentrieren sich Beier & Co auf den Spielfeldrand. Sechs neue Flutlichtmasten, die 16 Meter hoch sind und pro Strahler 2000 Watt liefern, sind bereits montiert. Außerdem stehen schon die beiden neuen Garagen, in denen ab September Technik und Trainingsgeräte der Balljongleure einen Platz finden werden. Derzeit wächst der neue Ballfangzaun. Er wird am Spielfeldrand in Richtung Meeraner Straße bis zu sechs Meter hoch sein.
Parallel dazu haben die Pflasterarbeiten im Randbereich des neuen Areals begonnen. Ab Mitte August bringt eine Spezialfirma den neuen Kunstrasenbelag auf. Die tagelange Hitze mit Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius verlangt vom Personal auf der Kunstrasenplatz-Baustelle eine geschickte Planung. "Die körperlich schweren Arbeiten müssen in den Morgenstunden erledigt werden. In der Mittagszeit kommen vor allem die Maschinen zum Einsatz", erklärte Schnabel. Die Schicht im Sportpark beginnt deshalb schon 6 Uhr. 15.30 Uhr ist Feierabend.
Nur der Torhüter muss anschließend auf dem benachbarten Rasenplatz noch Überstunden schieben: Schließlich stehen in der Saisonvorbereitung beim VfB Empor Glauchau drei Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm.


