Nur Note 3 hat die Brücke Äußere Crimmitschauer Straße, die über die Eisenbahnschienen führt, von den Bauwerk-Gutachtern bekommen. Wasser und Salze haben ihr zugesetzt. Foto: Wiegand Sturm
"Über sieben Brücken" geht's bald nicht mehr
Bauwerk an Äußerer Crimmitschauer Straße marode
Meerane. Meerane. Die Stadt Meerane erwägt, im nächsten Jahr die Brücke an der Äußeren Crimmitschauer Straße neu zu bauen. Ein 1,5-Millionen-Euro-Projekt wäre das laut Ulrich Wente, Diplomingenieur der Weimarer Ingenieurgemeinschaft Setzpfandt. Eine Sanierung jedoch käme ähnlich teuer. Gemacht werden müsse etwas. Die Brücke, eine von insgesamt 48 Brücken und Stützmauern in Zuständigkeit der Stadt, ist baufällig.
Seit 19 Jahren werden die Brücken regelmäßig auf ihre Standfestigkeit überprüft und benotet. Die meisten, so Wente, sind in relativ gutem, sieben allerdings in kritischem Zustand. Die sollten besser abgerissen werden. Laut Meeranes Fachbereichsleiterin Birgit Jantsch gehören dazu vor allem Bachüberquerungen, wie die von der Stadtverwaltung zur Poststraße, auch die Fußgängerbrücke am Auberg, die Brücke im Rosental. 13 Bauwerke wurden im Zuge der Sanierungsmaßnahmen nach dem Hochwasser erneuert, 18 wurden vor 1990 gebaut.
Drei Bauwerke sind Wente zufolge haarscharf an dem Grenzwert 3,5 vorbeigeschrammt. Dazu gehört die Äußere Crimmitschauer Straße, genannt "Meer 38", Baujahr 1981. Sie hat die Note 3,0 kassiert. Möglicherweise hält sie keine 15 Jahre mehr, stellte Wente in den Raum. Bei der letzten Inspektion 2009 wurde ein zunehmender Verfall festgestellt, Wasser und Tausalz beschleunigen den Prozess von Jahr zu Jahr. Das Konstrukt aus Spannbetonfertigteilen wurde vom Straßenbauamt Zwickau 1996 der Stadt Meerane übertragen.
Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) ist keineswegs glücklich über dieses Erbe. Doch sieht er eine Chance, wenigstens einige Kosten bei einem Neubau sparen zu können. Nämlich dann, wenn der Bau zeitgleich mit der Erneuerung der Strecke der Deutschen Bahn AG vonstatten gehe. Das Unternehmen will die Gleise komplett herausreißen, die Oberleitungen auch. Stattdessen sollen neue Gleise verlegt und einarmige Träger aufgestellt werden. 150.000 bis 200.000 Euro lassen sich laut Brückenprüfer Wente einsparen, wenn die Umbauten parallel liefen, zusätzliche Sperrzeiten könne man sich beispielsweise auf diese Art sparen. Im September diesen Jahres will Ungerer das Thema erneut auf die Tagesordnung setzen. Bis dahin könnten einige Finanzierungsfragen geklärt sein.


