Verkehr auf der Scherbergbrücke Nach der Freigabe der Scherbergbrücke in Glauchau sind am Dienstag die ersten Autos über die neue Fahrbahn gerollt. Die ansässigen Händler atmen auf.

Foto: Uwe Meyer

Verkehrsfreigabe erfreut viele Händler

Nach siebenmonatiger Sperrung rollen Autos wieder über die Scherbergbrücke

Glauchau. Die wichtigste Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt kann seit Dienstagmittag wieder befahren werden. Die Gewerbetreibenden freuen sich über die Verkehrsfreigabe. "Die Laufkundschaft war ausgeblieben. Wir hatten Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent", sagt Orthopädieschuhmachermeister Horst Krieger. Der Unternehmer zeigte aber Verständnis: "Die gleiche Situation mussten die Händler am Markt und an der Lindenstraße auch durchstehen."

Auf die Bedeutung der Scherbergbrücke machte auch Stadtrat Ralf Engler (SPD), der ein Augenoptik- und Hörgerätegeschäft betreibt, aufmerksam. "Die Baumaßnahme hat sicherlich dazu geführt, dass weniger Leute die Stadt frequentiert haben", sagte Engler, der zudem auf die nächsten Tiefbaumaßnahmen in der Innenstadt verwies. Die Sanierung der Quergasse steht bevor. Die Entscheidung, dass die Quergasse in zwei Bauabschnitten erneuert wird, bezeichnet Engler als "extrem wichtig".

An der Otto-Schimmel-Straße, die sich in unmittelbarer Nähe der Scherbergbrücke befindet, wird die Zahl der leeren Schaufenster weiter zunehmen. Ein Blumengeschäft zieht demnächst an den Leipziger Platz. Ein Küchenstudio hat bereits eine neue Bleibe im Ortsteil Jerisau gefunden. "Wir können als Stadtverwaltung nicht mehr tun, als die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Die kaufmännischen Entscheidungen müssen die Unternehmen selbst treffen", kommentierte Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) den Wegzug von der Otto-Schimmel-Straße. Eine Aufwertung des Areals kann sich das Stadtoberhaupt vor allem beim Umsetzen der Abrisspläne für Teile des alten Palla-Komplexes vorstellen.

Für den ersten Bauabschnitt an der Scherbergbrücke hat die Stadtverwaltung insgesamt 843.000 Euro ausgegeben. Damit konnte in den vergangenen sieben Monaten die Oberfläche des Bauwerks auf Vordermann gebracht werden. Die neue Deckschicht, die sich auf der Fahrbahn und den Fußwegen befindet, soll das Eindringen der Feuchtigkeit verhindern. Für die Handwerker gibt es an der Scherbergbrücke trotzdem noch Arbeit. In einem zweiten Bauabschnitt sollen die Brückenbögen saniert werden. Dresler geht davon aus, dass die Arbeiten an der 80 Meter langen Überführung im Jahr 2013 weitergehen.

Auf die Frage, wie lange dann die unter der Brücke befindliche August-Bebel-Straße für den Verkehr gesperrt bleiben muss, kann die Stadtverwaltung noch keine Antwort geben. "Es wird mit Sicherheit zu Behinderungen kommen. Der Umfang hängt letztlich von der Technologie, für die wir uns entscheiden, ab", sagte Bauamtsleiterin Heike Joppe. Die Scherbergbrücke ist 1922/23 entstanden.

 
erschienen am 18.10.2011 ( Von Holger Frenzel )
 
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