Ortsvorsteher Andreas Winkler, Ortsvorsteher von Wernsdorf.

Foto: Wiegand Sturm

Wernsdorfer warten auf klare Aussagen

Abwasser und geplante Rennstrecke in Nachbarschaft: Ortsvorsteher schlägt sich mit vielen Problemen herum

Glauchau. Andreas Winkler (CDU) ist seit 2009 Ortsvorsteher in Wernsdorf. Mit dem 49-Jährigen hat Stefan Stolp über das aktuelle Geschehen im Ort gesprochen.

Freie Presse: Auf der Fahrt durch Wernsdorf sind mir die neuen Schneefangzäune aufgefallen, für die Sie sich stark gemacht hatten. Ein Erfolg?

Andreas Winkler: Ein kleiner, aber wichtiger Erfolg. Die Mitarbeiter des Bauhofes haben ihn dankenswerter Weise in den vergangenen Tagen aufgestellt.

Was wäre denn für Sie als Ortsvorsteher ein großer Erfolg?

Da könnte ich viel aufzählen. Sicherlich wäre es für die Bewohner von Voigtlaide und am Scheibenbusch gut, zu wissen, wie sie künftig ihre Abwässer entsorgen können beziehungsweise ob eine Änderung der derzeitigen Abwasserkonzeption möglich ist. Seit zwei Jahren warten sie auf konkrete Aussagen seitens der Westsächsischen Abwasserentsorgungs- und Dienstleistungsgesellschaft WAD. Nun, da der Abwasserzweckverband über die künftigen Investitionen beraten will, hoffen wir, dass wir bindende Antworten bekommen. Eine wichtige Frage ist, ob in Voigtlaide eine Gruppenkläranlage gebaut wird oder jeder einzelne Eigentümer sich eine vollbiologische Kleinkläranlage anschaffen muss. Eine gleichartige Möglichkeit für die Bewohner am Scheibenbusch soll sich laut der WAD nicht wirtschaftlich darstellen lassen.

Was haben Sie als Ortsvorsteher damit zu tun?

Ich habe damals Gespräche mit der ehemaligen WAD-Geschäftsleitung aufgenommen, um Möglichkeiten einer zentralen Abwasserentsorgung auszuloten, und ich habe die Bürger gefragt, was sie wollen. Aber verbindliche Aussagen seitens des Entsorgers gibt es bislang nicht, dabei wären sie unter dem Gesichtspunkt des demografischen Wandels sehr wichtig, um den betroffenen Grundstücksbesitzern Klarheit zu verschaffen. Schließlich muss ab 2015 jeder sein Abwasser vollbiologisch klären.

Brücke Seit zwei Jahren dicht, und niemand weiß, wie es weiter geht: die Muldebrücke in Wernsdorf.

Foto: Wiegand Sturm

Unklar ist auch noch das weitere Schicksal der Muldebrücke in Wernsdorf.

Die Verbindung nach Schlunzig ist seit über zwei Jahren komplett gesperrt. Auch wenn im Haushalt der Stadt kein Geld für Sanierung oder Neubau vorgesehen ist, sollte Glauchau meines Erachtens im Kreistag oder auch in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Druck machen. Warum soll das, was mit der Konsumbrücke in Niederlungwitz geht, nicht auch in Wernsdorf gehen? Wir brauchen klare Aussagen, auch in Verbindung mit den Planungen der Landestalsperrenverwaltung.

Wieso das?

Weil die in der aktuellen Planung zum Hochwasserschutz eine Dammerhöhung vorsieht. Das hat Auswirkungen auf den künftigen Brückenbau, wie immer er auch aussehen mag.

Vergangenes Jahr haben sich die Wernsdorfer mit der geplanten Mini-Bike-Strecke im benachbarten Mülsengrund beschäftigt. Wie geht der Ortschaftsrat damit um?

Wir können uns erst dann eine abschließende Meinung bilden, wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen. Ich gehe davon aus, dass wir uns demnächst im Ortschaftsrat damit befassen werden, denn die Stadt ist als Nachbarkommune anzuhören. Wenn uns die Stadtverwaltung das Vorhaben vorstellt, sollten auch Vertreter der Bauherren dabei sein. Momentan haben viele Wernsdorfer Angst, dass durch die Lärmbelästigung der Wert ihrer Grundstücke sinken könnte oder es zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen kann. Aber darüber brauchen sie verlässliche Angaben.

Macht es bei all den Problemen überhaupt noch Spaß, ehrenamtlich als Ortsvorsteher zu arbeiten?

Selbstverständlich. Ohne Engagement für den Ort geht es nicht. Viele unterstützen mich. Sie sagen: "Mach weiter."

Welche Freuden haben Sie als Ortsvorsteher?

Wir konnten zum Beispiel im vorigen Jahr der Feuerwehr einen finanziellen Beitrag aus unserem Ortschaftsbudget für den Bau von Garagen geben. Im Sommer soll das neue Feuerwehrfahrzeug kommen. Das ist auch ein Grund zur Freude. Was wir in diesem Jahr mit dem Budget machen, steht noch nicht genau fest. Ich würde mich auch freuen, wenn es gelingt, die Ortseingangsbereiche, von Schlunzig und von Thurm kommend, mit einem attraktiven Glauchauer Willkommensgruß zu verschönern. Eine Beschilderung von touristischen Sehenswürdigkeiten um Wernsdorf ist ebenfalls eine Zielstellung für mich.

 
erschienen am 08.02.2012
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