Mario Gomez hat dieses Duell gewonnen: Bei VW stehen am Donnerstagabend die Bänder still, wenn die Nationalelf kickt.
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Gomez statt Golf: VW erlaubt EM-Pause
Deutschland fiebert dem EM-Halbfinale gegen Italien entgegen
Zwickau. Westsachsens Fußballfans, die im Drei-Schicht-System beschäftigt sind, stehen alle zwei Jahre vor dem gleichen Problem: Während sie am Abend arbeiten, spielt gleichzeitig die deutsche Nationalmannschaft bei einer Welt- oder Europameisterschaft. Wollen die Arbeitnehmer für den Fußball nicht ihren Urlaub opfern, müssen sie auf die Kulanz und die Fußballbegeisterung ihrer Chefs hoffen, um die Spiele sehen zu können. So auch am Donnerstag, wenn beim EM-Halbfinale Deutschland auf Italien trifft.
Für die Werker von VW gibt es positive Nachrichten. Wie schon bei der Viertelfinalpartie zwischen Deutschland und Griechenland am vergangenen Freitag werden die Arbeitszeiten erneut verkürzt. "Jeder Mitarbeiter darf das Spiel schauen", sagte der VW-Pressesprecher Gunter Sandmann. So wird am Donnerstag in Mosel die Mittagschicht bereits um 20 Uhr enden und die Nachtschicht erst um 1 Uhr beginnen. Damit können die gut 8000 Beschäftigten entspannt den Fernseher einschalten und im besten Fall den Finaleinzug der deutschen Elf bejubeln. Viele Zulieferfirmen von VW schließen sich der Erlaubnis fürs Fußball-Schauen an. Dazu gehört die SAS-Autosystemtechnik in Crossen, wo die Bänder analog zu VW still stehen werden. 70 Mitarbeiter kommen dadurch in den Genuss des EM-Semifinals. Auch bei Johnson Controls wird es verkürzte Arbeitszeiten geben. Pressesprecher Oliver Herkort von der Konzernzentrale in Burscheid teilte mit, dass die Zweigstellen selbst entscheiden können, ob sie die Produktion aussetzen. In Zwickau wird am Donnerstag während des Spiels nicht gearbeitet.
Ein Gemeinschaftserlebnis der besonderen Art wird es bei Tower-Automotive im Presswerk geben. Dort dürfen die Angestellten das Spiel zwar ebenfalls gucken, jedoch nicht zu Hause. Zum Anpfiff werden sich mehr als 40 Mitarbeiter in einem Raum versammeln, in dem extra eine Videoleinwand aufgebaut wurde. "Wenn die deutsche Mannschaft spielt, dürfen die Mitarbeiter natürlich schauen", sagte Silvia Karnatz von Tower. Helga Werner von Westermann Druck hingegen sagt, dass dem Personal des Unternehmens keine Sonderreglung eingeräumt wird, die Produktion während des Spiels weiterläuft und es keine verkürzten Arbeitszeiten gibt.
Generelle Regelungen für das Aussetzen der Produktion während eines Länderspiels gibt es in den Firmen nicht. Doch je weiter die Löw-Elf in einem Turnier kommt, umso mehr steigen die Chancen, dass Fußball geschaut werden darf.

