Auch am Start- und Zielturm wird gebaut. Er bekommt derzeit neue Farbe.
Foto: Andreas Kretschel
1,5-Millionen-Euro-Kredit sichert Grand-Prix-Rennen auf dem Sachsenring
Zweckverband hat sich hohe Summe geliehen
Hohenstein-Ernstthal. Ohne die Umbauten an der Rennstrecke kein Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring - Hohenstein-Ernstthals Oberbürgermeister Erich Homilius (parteilos) ist sich sicher, dass die schnell getroffene Entscheidung des Zweckverbandes "Am Sachsenring" den diesjährigen Weltmeisterschaftslauf erst ermöglichte.
1,5 Millionen Euro hat der Verband an Kredit aufgenommen. "Wir waren bisher schuldenfrei", erklärte Homilius, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes ist. Ein Nachtragshaushalt musste beschlossen werden. Hinzu kommen Eigenmittel. Mit dem Geld kann der Verband den 2 Millionen Euro teuren Umbau der Rennstrecke bezahlen. Unter anderem bekam sie größere und damit sichere Kiesbetten. Dies hatte der Welt-Motorsportverband FIM gefordert. Der Sachsenring wurde bereits abgenommen. Beanstandungen gab es nicht. Ein Teil des Geldes floss auch in die neue Rennkontrolle.
Der Zweckverband musste laut Homilius schnell reagieren. Das Problem: Bislang flossen keine Fördergelder des Landes Sachsen. Da fraglich ist, wie hoch der Zuschuss ausfallen soll, gab es noch keine Zusage. Homilius geht jedoch davon aus, dass es die Mittel gibt. "Uns wurde ein förderunschädlicher Baubeginn bescheinigt." Dass schon gebaut wird, stehe dem Antrag also nicht entgegen. Die Fördermittel seien vom Freistaat damit bereits in Aussicht gestellt worden. Erich Homi- lius hofft, dass bis Ende September der Fördermittelbescheid kommt. Erst dann gibt es Gewissheit.
Sollte es trotz mündlicher Zusagen des Landes Sachsen kein Geld geben, müsse der Verband die Summe erwirtschaften, sagte Homilius. Schon jetzt verpachtet der Zweckverband den größten Teil des Jahres den Nordteil des Sachsenringes über die kommunale Sachsenring-Rennstreckenmanagement-Gesellschaft an das Verkehrssicherheitszentrum. So können an Nichtrenntagen auf dem Sachsenring Verkehrssicherheitstrainings stattfinden. Der Verband erhielt dadurch Einnahmen. Homilius betont, dass die Haushalte der beiden Verbandsanteilseigner Hohenstein-Ernstthal sowie Oberlungwitz im Falle ausbleibender Fördermittel nicht gefährdet sind.
Auch Steffen Schubert (parteilos), Bürgermeister von Oberlungwitz, geht davon aus, dass der Freistaat den Sachsenring finanziell unterstützt. "Andernfalls müssen wir uns neu Gedanken machen", erklärte er. Eine Sicherheit gebe es nicht. Schon am 6. Juli beginnt das Motorsportspektakel. Der Verband habe wegen des Zeitdrucks nicht auf das Fördergeld warten können. Einen Sachsenring ohne Motorrad-Grand-Prix - auch Steffen Schubert mag sich dies nicht vorstellen.

