Ein gigantisches Luftschiff entsteht derzeit im Helmnot-Theater. Die Vorbereitungen für die beiden Paraden, in deren Genuss die Stadtfestbesucher erstmals kommen werden, laufen auf Touren.  
Ein gigantisches Luftschiff entsteht derzeit im Helmnot-Theater. Die Vorbereitungen für die beiden Paraden, in deren Genuss die Stadtfestbesucher erstmals kommen werden, laufen auf Touren.

Foto: Andreas Kretschel

800-Jahr-Feier in Lichtenstein: Helmnot-Theater zeigt erstmals zwei Paraden in einer Stadt

Der Countdown bis zum Beginn des Festes läuft

Lichtenstein. Zum Jubiläum 800 Jahre Stadt Lichtenstein zeigt das Helmnot-Theater noch nie Dagewesenes: 60 Frauen und Männer ziehen Samstagnacht in luftiger Höhe durch die Straßen der Stadt, fantasievolle Giganten leuchten und strahlen, in farbenfrohen Kostümen schreiten sie beinahe schwebend voran zu pulsierender Musik. "Zwei große Paraden zeitgleich in einer Stadt - das ist logistisch eine Herausforderung", sagt Theaterchef Dirk Grünig und freut sich dennoch auf die Premiere. Das Theater, das vergangenen Mittwoch sein 17-jähriges Bestehen feiern konnte, ist dafür bekannt, neue Wege zu gehen.

Diese Wege allerdings sind die in Lichtenstein beheimateten Theaterleute, dessen Chef aus Meerane stammt, oft gegangen: mitten durch die Stadt im Grünen.

An sich hatte Helmnot eine Bühneninszenierung zum runden Stadtgeburtstag geplant. Doch die Stadträte hätten sich für eine Parade entschieden. "So kam uns die Idee, eben zwei Paraden zu machen, die zweite passend zum Namen der Stadt: die Parade des Lichts." Sie zieht zeitgleich vom Neumarkt hin zum Parkhaus Hartensteiner Straße. Fünf Meter hohe, schneeweiße Figuren, majestätische Könige des Lichts, umgeben von hellen Monden, die sie wie Himmelskörper umkreisen, verspricht der Theaterchef.


Zur 500-Jahr-Feier in Hohenstein-Ernstthal zählte das Theater mehr als 20.000 Besucher. 
Zur 500-Jahr-Feier in Hohenstein-Ernstthal zählte das Theater mehr als 20.000 Besucher.

Foto: A. Kretschel

Während die Zeitmaschine das Großprojekt in der bekannten Parade ist, soll ein gigantisches Lichtschiff die Attraktion der neuen Parade werden. "Acht Meter lang, es wird komplett leuchten und blinken", sagt "Kapitän" Grünig. Der Theaterchef empfiehlt den Zuschauern jedoch, nicht am Parkhaus auf die Verschmelzung der Züge zu lauern, sondern mitzugehen. Es sei eh ungewiss, wann genau die beiden zusammentreffen. Immer komme es darauf an, wie die Darsteller mit dem Publikum spielen. "Da wird viel live entschieden, probieren kann man das ja nicht."

Stelzenlaufen schon. Grünig versichert, dass das harter Sport ist. Joggen, Konditionstraining, Muskelaufbau gehören zum Tagesablauf der Crew. "Für die Stelzenlaufvögel bedarf es hoher artistischer Kunst." Erst vor wenigen Tagen mussten sich die Läufer zweimal einer 45-minütigen Prüfung unterziehen.

Darsteller und Akteure kommen aus der halben Bundesrepublik: Hamburger, Berliner, Osnabrücker verstärken das Helmnot-Team, zu dem 22 fest angestellte Mitarbeiter gehören. "Außerdem haben wir noch acht Leute, die temporär Aufgaben übernehmen." Die Fackelträger kommen aus der Stadt. Grünig verspricht, Lichtenstein wird leuchten und pulsieren.

Seit vergangener Woche sind die Vorbereitungen für die 2.-Juni-Nacht in vollem Gange, die Technik muss gewartet, die letzten Kostüme und neue Paradenelemente gefertigt werden. Anderthalb Tage dauert es allein, bis die Zeitmaschine zusammengebaut ist.

Dem Theaterleiter ist allerdings nicht bang, dass zu wenige Zuschauer an den Straßen der Stadt stehen werden. "Mehr als 300 Auswärtige haben bis jetzt angekündigt, dass sie mit ihren Freunden und Familien kommen." Ein Firmenchef aus der Nähe von Dresden hat sogar einen Ausflug für seine knapp 40 Mitarbeiter gebucht.

Zwei Paraden vereinen sich

Parade Nummer 1 startet am Samstag, 23 Uhr, an der Glauchauer/Ecke Weststraße. Sie zieht zum Parkhaus und geht dann - vereint mit der anderen Parade - retour in die Weststraße. Sie trägt den Titel Nua und zeigt Motive, an die sich mancher vielleicht aus dem Jahr 2003 erinnert: Sechs Meter hohe Figuren aus Stahl und Seide sind Reminiszenzen an die Industriekultur, die geprägt wurde durch Maschinen und Stoffe. Ein Video, das die Stelzenvögel und Traumflieger zeigt, ist auf YouTube zu sehen. "Allein in den letzten Tagen ist es mehr als 3000-mal angeklickt worden", sagt Theaterchef Dirk Grünig.

Vom Haus des Theaters am Neumarkt zieht sich ebenfalls ab 23 Uhr die neue Parade des Lichtes mit majestätischen Figuren, Lichtobjekten und einem gigantischen Schiff. Sie zieht ebenso zum Karree Sparkasse und Parkhaus und vereint weiter in die Weststraße. (upa)

 
erschienen am 29.05.2012 ( Von Uta Pasler )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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