Wolfgang Sedner, BürgermeisterFoto: A. Kretschel/Archiv
Arbeiten im Gymnasium geraten durcheinander
Für 5,4 Millionen Euro wird die Lichtensteiner Schule umgebaut - Nun gibt es Probleme mit dem Bauablauf
Lichtenstein. Lichtenstein. Frühestens Ende Juni soll sie vorliegen: die Stellungnahme zum staatlichen Raumprogramm. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich ein wichtiges Schreiben. Es legt fest, wie viele Räume für die rund 640 Schüler des Lichten-steiner Schneider-Gymnasiums nötig sind. "Trotz vieler Kontakte zur Bildungsagentur Dresden liegt uns immer noch keine Stellungnahme vor", sagte am Dienstagabend Lichtensteins Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU) den Stadträten. "Ich habe die Sorge, dass wir in diesem Jahr nicht mehr alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben."
Lichtenstein muss das Raumprogramm der Finanzdirektion Chemnitz vorlegen. Ohne das Einverständnis der Behörde kann wiederum die Sächsische Aufbaubank nicht aktiv werden. Ohne die Sächsische Aufbaubank wackelt die Finanzierung, da von ihr die Fördermittel kommen. "Wir dürften zwar bauen, wollen aber nicht das Risiko eingehen", sagte Sedner. Im schlimmsten Falle könnte Lichtenstein auf den Kosten sitzen bleiben.
5,4 Millionen Euro werden für die Sanierung der Schule gebraucht. Zwei Drittel des Geldes übernehmen Bund und Land. 1,8 Millionen Euro kommen aus der Lichtensteiner Stadtkasse. Das Vorhaben ist in Bauabschnitte aufgeteilt. Für jeden müssen Anträge gestellt werden.
Da bisher das fehlende Papier nicht seinen Weg durch den Behördendschungel fand, ist inzwischen der Bauablauf durcheinander gekommen. Die Stadt hat den sechsten Bauabschnitt vorgezogen. In den Sommerferien sollen die sechs Klassenräume des zweiten Obergeschosses auf Vordermann gebracht werden. Die Stadträte vergaben am Dienstag die Zuschläge. Unter anderem sollen die Firmen Elektroleitungen verlegen. Der Boden wird erneuert. Die Wände bekommen Farbe. Heizung und Sanitär werden erneuert. Insgesamt umfasst das Volumen 223.000 Euro. "Im Dachgeschoss kommt eine Lüftung in die Wände. Die Schächte sollen künftig die Heizkosten um bis zu 20 Prozent senken. Wärme wird zurückgewonnen", sagte Uwe Kunze, der im Bauamt für den Hochbau zuständig ist. Für den Bauabschnitt liegen die nötigen Unterlagen vor.
Hingegen muss der fünfte Bauabschnitt wegen des fehlenden Dokumentes warten. Er umfasst den neuen Anbau. Dort soll es zwei weitere Klassenzimmer geben. Zudem entsteht im Untergeschoss die Garderobe für die Schüler. Eine Außentreppe soll im Notfall als Fluchtweg dienen. Zudem müssen später noch im Westflügel Räume saniert werden. Dort befinden sich unter anderem die Lehrerzimmer. Auch der Direktor hat dort sein Büro. Bis 2013 soll alles fertig sein.

