In Langenchursdorf in der alten Schule hatten Klaus Kux und Katja Polotzek ihre Ateliers geöffnet. Zudem nutzten sie noch ein altes Klassenzimmer für eine Ausstellung.
Callenberg: Künstler nehmen sich Zeit für Gäste
Aktion "Kunst offen in Sachsen" führt Kreative und Interessenten zusammen
Callenberg. Die Callenberger Ortsteile sind am Wochenende für viele Menschen Ausflugsziel gewesen. Vier Künstler luden dort in ihre Ateliers ein. Eigentlich waren es sogar fünf. Die Meinsdorferin Irmi Taubert zeigte neben ihrer Kreativkeramik, die Schmuck und Plastiken beinhaltet, zudem Collagen aus Papier von Petra Reichmann. Die Langenchursdorferin Ute Schlicke freute sich über Gäste, die sich für ihre natürlichen Keramikarbeiten interessierten.
Besucherin lobt Mut
Die "Nachbarn" Klaus Kux und Katja Polotzek, beide haben ihre Ateliers in der alten Langenchursdorfer Schule, beteiligen sich seit drei Jahren an der Aktion, Dieses Jahr öffneten sie nur Pfingstmontag. Doch schon bis zum frühen Nachmittag hatte Kunstlehrer Kux an die 100 Gäste zählen können: Zwickauer, Chemnitzer, Lichtensteiner, sogar Darmstädter hatten sich umgesehen. Auch ehemalige Schüler, freute sich Kux, der sich an einem solchen Tag gern auf Fragen der Besucher einlässt. Er hatte tief in seine Schubladen gegriffen, zeigte auch Arbeiten aus den 1990er-Jahren: Pinsel- und Bleistiftzeichnungen, Bärtige und Barbusige, wenig Striche, kaum Farbe, aber kontrastreich.
Heute, wo ihn Musik und Sport und You Tube mehr reizen, leuchten seine Großformate regelrecht. "Jetzt ist das Internet mein Pinsel", erklärt Kux. Familie Büttner aus Falken nutzte das schöne Wetter zu einer Stippvisite mit dem Rad. Jana Büttner, die sich vor allem für das Handwerkliche an der Kunst interessiert, lobte angesichts dieser Experimentierfreudigkeit: "Da gehört auch viel Mut dazu."
Aktion baut Schwellen ab
Für Modedesignerin Katja Polotzek steht seit gestern fest, dass sich die kontinuierliche Teilnahme an der Kunstaktion lohnt. Sie konnte sich sowohl über bekannte Gesichter als auch neue freuen. Vor gut einem Jahr hat sie in Hohenstein-Ernstthal einen Laden eröffnet. "Vorm Schaufenster bleiben viele stehen, nur rein trauen sie sich nicht." Die offenen Ateliers helfen, diese Schwelle abzubauen. Wer gestern kam, war vor allem an festlicher Kleidung interessiert. "Mancher sucht für den Abiball was Besonderes, ein anderer für die Silberhochzeit."

