Peter Daetz Peter Daetz spricht von seinen Idee, mit denen er bis 2015 jährlich 50.000 Besucher locken will.

Foto: Andreas Kretschel

Daetz-Centrum erhält vorerst kein Geld

Stadtrat stoppt Zuschuss für Lichtensteiner Holzbildhauerzentrum

Lichtenstein. Der Hieb saß, viele Münder im Lichtensteiner Stadtrat blieben am Donnerstagabend für einen Moment lang offen. Der Beschluss, der Betreibergesellschaft des Daetz-Centrums (DCL GmbH) 30.000 Euro zu zahlen, ist von den Fraktionen der Freien Wähler, der SPD und einem Abgeordneten der Linken gekippt worden. Neun gegen neun lautete das Ergebnis der Abstimmung. Unentschieden. Der Beschluss war nicht bestätigt.

Es ging um den Zuschuss, den die Stadt dem Daetz-Centrum ohnehin jährlich überweist. Die 30.000 Euro sollten eine Anzahlung darauf sein, um die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft zu sichern. Die Hälfte der Summe sollte noch im Januar, die andere Hälfte im Februar gezahlt werden. Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU) erklärte, das erste Quartal sei immer schwierig, da Fördermittel zwar zugesagt, aber noch nicht auf dem Konto seien.

Vor der Abstimmung meldete sich Thomas Nordheim (Freie Wähler) zu Wort. "Wir werden der Freigabe der Mittel nicht zustimmen", sagte er. "Selbst, wenn sich dadurch für die Gesellschaft die Zahlungsunfähigkeit ergibt, wäre das die Möglichkeit eines Neuanfangs." Seine Fraktion wolle den Druck auf die Handelnden erhöhen, aber das Zentrum erhalten, erklärte er. Die Stadt und die Daetz-Stiftung verhandeln derzeit über ein Zukunftskonzept. Doch über den entscheidenden Businessplan konnten sie sich bisher nicht einigen. "Legt uns den Plan vor und wir sehen uns in vier Wochen wieder und stimmen für den Zuschuss", sagte Nordheim. Er glaube nicht, dass die Situation dringend sei, da Geschäftsführer Peter Daetz der Gesellschaft gerade eine Spende von 30.000 Euro überwiesen hat. Prokuristin Kirsten Wenzel sagte auf Nachfrage Sedners: "Die nächsten Wochen geht es weiter, aber definitiv nicht die nächsten Monate."

Die übrigen Ratsmitglieder konnten es nicht fassen. "Wir hatten uns vorher alle dafür ausgesprochen, dass es weitergehen soll", sagte Fritz Rada (FDP). Wolfgang Sedner kündigte an, dass er eventuell Widerspruch einlegen werde. Der Beschluss würde dann wiederholt. "Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange." Auf Nachfrage von "Freie Presse" sagte Peter Daetz am Freitag: "Ich sehe das ganz sachlich." Er könne verstehen, dass der Businessplan gefordert wird. Überrascht sei er dennoch. "Wir brauchen den Betrag, um flüssig zu sein." Die von ihm überwiesenen 30.000 Euro seien dafür nicht genug. Sie sind ein Teil von 80.000 Euro, die er innerhalb von drei Jahren spenden will, für Werbung und Akquise. "Wir müssen jetzt sehen, wie wir eine Zwischenfinanzierung machen. Aber wir finden einen Weg."

Auf der Einwohnerversammlung, die vor der Ratssitzung stattfand, machte Berthold Keller den Vorschlag, den Geschäftsführer jährlich zu wechseln, wenn dieser nicht für mehr Besucher sorge. "Wie den Trainer beim Fußball." Daetz antwortete, dass es schon schwierig genug sei, nur eine geeignete Person zu finden. Sedner und er warben für Verständnis, dass sie noch kein fertiges Konzept vorlegen könnten und mehr Zeit bräuchten. Daetz möchte bis 2015 auf 50.000 Besucher kommen. Er habe mit touristischen Einrichtungen der Region verhandelt, mit denen er sich vernetzen möchte. Die Verträge stünden vor dem Abschluss. Auch mit Reiseunternehmen habe er gesprochen, um Übernachtungsgäste anzulocken. Weiterhin werde nach einem Namen für die Dauerausstellung gesucht. "Für Vorschläge aus der Bevölkerung bin ich dankbar." Das gelte auch für konstruktive Kritik. "Wir wollen die Bürger für uns gewinnen und das Wir-Gefühl stärken."

 
erschienen am 27.01.2012 ( von Jana Peters )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 27.01.2012
    23:01 Uhr

    HorrorBeetle: Zunächst einmal ist der Name zu ändern.
    Das Deatz-Centrum ist eine atemberaubende Ausstellung, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Mit dem Namen Daetz verbinden jedoch die Menschen (besonders die Touristen) nichts.
    Namen wie "Internationales Holzkunst Centrum" beispielsweise würden der Austellung gerecht, die vermitteln den Inhalt der Ausstellung und den besonderen Rang und deren Qualität.
    Außerdem sollte mehr auf Besucherwerbung in den großen Städten gegangen werden. Dresden, Chemnitz, Leipzig, Jena, Erfurt, Hof - das ist das realistische Einzugsgebiet für Tagesausflüge.
    Ich sehe noch sehr viel Potential nach oben!

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