Uwe Zander beim Neujahrskonzert als Herold, neben Rosenprinzessin Luise Meier.
Foto: Andreas Kretschel
Der Bote wird zum Botschafter
Der Bernsdorfer Ortschronist hat eine Vortragsreihe über das Haus Schönburg organisiert
Lichtenstein. Geburtstage sind eine gute Gelegenheit zurückzu- blicken. Uwe Zander nimmt die 800-Jahr-Feier Lichtensteins zum Anlass, die Geschichte, die die Stadt mit dem Hause Schönburg verbindet, zu beleuchten. "Da jemand aus der Familie hier ist, will ich das nutzen", sagt Zander. Gemeint ist Georg Graf von Schönburg-Glauchau, Onkel von Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis. Zusammen mit dem 70-Jährigen hat Zander eine vierteilige Vortragsreihe organisiert. Sie verteilt sich auf die Quartale des Jahres. "Ich habe ihn im vergangenen Frühjahr kennengelernt. Damals hat er viel aus der Familiengeschichte geplaudert. So bin ich zu der Idee gekommen", erklärt Zander.
Volkstümlich und nah
"Wir werden beide auf dem Podium sitzen und ein lockeres Gespräch führen, volkstümlich und nah", beschreibt Zander. Da werde nichts abgelesen, und die Zuhörer dürften zwischendurch Fragen stellen. Zudem soll die Reihe kostenlos sein und in der Lichtensteiner Kulturfabrik stattfinden. Zur Premiere am 8. Februar werde es um die Anfänge des Hauses Schönburg, das Besitzer von Lichtenstein war, gehen. Übers Jahr werde sich die Reihe schließlich bis zum politischen Ende des Hauses vorarbeiten.
Dabei werden auch Namen wie Götz von Berlichingen und Thomas Münzer fallen. Auch der 30-jährige Krieg oder Waterloo werden Themen sein. Die Gespräche will Zander mit einem weiteren Einfall auflockern: Er wird als Herold, also offizieller Bote, des Hauses Schönburg in Erscheinung treten. Das Kostüm ist bereits genäht, nur das Wappen fehlt noch. Dafür musste er beim Adelshaus um Erlaubnis bitten. "Das war kein Problem, aber es ist wichtig zu fragen, wenn man ein Wappen tragen will", erklärt er.
Nicht nur für ein Jahr gedacht
"Den Herold mache ich nicht nur für ein Jahr", sagt der 52-Jährige. Er stellt sich die Figur in Zukunft als Botschafter des Hauses Schönburg vor, die auch weiterhin für Marketingzwecke eingesetzt werden kann. Privat arbeitet der Bernsdorfer als Familienforscher und ist Chronist seines Ortes. Außerdem ist er Mitglied im Verein für sächsische Landesgeschichte und in den Geschichtsvereinen von Hohenstein-Ernstthal und Lichtenstein.
Service
Lichtenstein und das Haus Schönburg - Geschichten aus der Geschichte Teil 1: "Wie alles begann", am 8. Februar um 19 Uhr in der Kulturfabrik, Prof.-Dr.-Schneider-Straße 9-11.


