Sachsenring Weil die Nachfrage nach Trainingsfahrten beim Verkehrssicherheitszentrum am Sachsenring so groß ist, sehen die Verantwortlichen die geplante Strecke in Niedermülsen als Ergänzung statt Konkurrenz.

Foto: Andreas Kretschel/Archiv

Für Zweirad-Minis soll ein Mini-Ring her

Sachsenring könnte kleinen Bruder bekommen

Niedermülsen/Hohenstein-Ernstthal. Niedermülsen/Hohenstein-Ernstthal. Eine 1,5 Kilometer lange Minibike-Strecke wollen der ADAC Sachsen und die Eigentümer einer Kiesgrube bauen, die zwischen Niedermülsen und dem Glauchauer Ortsteil Voigtlaide liegt. Sie soll vor allem dem sächsischen Motorsport-Nachwuchs dienen, der dort trainieren kann. Am Montagabend haben die Initiatoren ihre Idee im Mülsener Gemeinderat vorgestellt.

Den ersten Spatenstich wollen sie im nächsten Frühjahr setzen, sagte Klaus Klötzner, für den Sportbereich verantwortliches Vorstandsmitglied des ADAC Sachsen und Vorsitzender des Automobil- und Motorradclub Sachsenring (AMC). Zwei Millionen Euro veranschlagt der Glauchauer für das Projekt.

Entschieden ist aber noch nichts. Zuerst muss sich der Mülsener Gemeinderat positionieren, ob er überhaupt hinter dem Projekt steht. Erst dann würden die Pläne konkretisiert, sagt Klötzner. Im Moment sind sie recht grob gehalten: Das Areal soll 15 Hektar groß sein, entstehen würden eine internationalen Ansprüchen genügende Asphalt-Rennstrecke samt Boxen, Fahrerlager, Tribünen, Restaurant und Zeltplatz. Neben Mini- und Pocketbike-Piloten - bei beiden handelt es sich um Motorrad-Nachwuchsklassen - könnten Kartfahrer die Strecke nutzen. Zudem soll ein Bereich für Skater - also Rollschuhsportler - geschaffen werden. Angedacht ist auch, Fahrsicherheitstrainings anzubieten.

Dass es dafür in nicht mal 15 Kilometern Entfernung doch eigentlich den Sachsenring gibt, sehen Klötzner und die Investoren um den Niclaser Unternehmer Roberto Urlaß nicht als Problem. Sie betonen, dass eine Kooperations- und keine Konkurrenzsituation entsteht - und drücken das auch im Arbeitstitel aus, unter dem das Rennprojekt in der Kiesgrube firmiert: ADAC-Rennsportzentrum Mülsen-Sachsenring. "Der Sachsenring ist flächenmäßig an seine Grenzen gekommen, für eine Minibike-Strecke ist kein Platz mehr", sagt Klötzner. Auch sei durch die vielen Veranstaltungen und Sicherheitstrainings mitunter kaum noch Platz für Termine.

Ruben Zeltner, Chef des Verkehrssicherheitszentrums und somit des Sachsenrings, bestätigt das: "Manche Trainings mussten schon abgesagt werden". Insofern sieht er eine Nachwuchsstrecke inklusive Verkehrssicherheitszentrum in unmittelbarer Nähe als gute Ergänzung. Zeltner: "Der ADAC ist ja außerdem ein Mitgesellschafter des Sachsenrings. Er macht doch nichts, was dem in Konkurrenz steht."

 
erschienen am 07.06.2011 ( Von Dennis Kittler )
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