So zeigt Google Maps das Theater an der Rennstrecke an.
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Google sorgt am Sachsenring für Theater
Internetriese verlegt traditionsreiche Bühne an Rennstrecke
Hohenstein-Ernstthal. Google Maps heißt der Kartendienst des US-amerikanischen Internet-Riesen. Straßen, Eisenbahnen und Flüsse sind dort eingezeichnet, dazu Geschäfte, Firmen, touristische Anlaufpunkte. Wer dieser Tage Hohenstein-Ernstthal anwählt, sieht direkt an der Rennstrecke einen kuriosen Eintrag: "Theater am Sachsenring" steht da am nördlichsten Zipfel der Asphaltpiste. Kunst und Kultur als Alternative zum Sport? Vielleicht ein neues Freizeitangebot für die Karl-May-Städter? Von wegen. Der Klick auf den Eintrag führt auf ein Theater mitten in der rheinischen Metropole Köln.
"Wir liegen direkt am Sachsenring, und das schon seit 25 Jahren", sagt verwundert Hannelore Honnen, eine der beiden Geschäftsführerinnen der freien Bühne mit knapp 90 Plätzen. Hohenzollern, Hohenstaufer, Karolinger - oder eben die Sachsen: Familiendynastien und -geschlechter seien als Namensgeber für die Kölner Ringe verwendet worden. Wie aber nun der Eintrag ihres Hauses an die Rennstrecke kommt? "Keine Ahnung. Ein Witz? Vielleicht hat Google etwas verwechselt." Schlimm finde sie es nicht, die Strecke sei schließlich bekannt. "Ich glaube nicht, dass sich unsere Besucher verfahren."
Das denkt auch im Rathaus von Hohenstein-Ernstthal niemand. "Mit dem Sachsenring gab es doch schon genug Theater", sagt amüsiert Kulturamts-Chefin Heidrun Günther. Die Idee einer neuen Kulturstätte finde sie zwar gut, aber: "Wir liegen zwischen Chemnitz und Zwickau, dort gibt es Drei-Sparten-Theater, dazu Veranstaltungshäuser in Glauchau, Limbach-Oberfrohna oder Oelsnitz - es wäre schwer, hier ein weiteres Theater zu etablieren."
Eine Google-Sprecherin sagte auf Anfrage, dass die Daten für Maps aus diversen Quellen stammen. Falls es Fehler gebe, könnten sie gemeldet werden. Im Kölner Theater sieht man dafür jedoch keine Not. "Im Gegenteil, ich finde die Verwechslung witzig", sagt Hannelore Honnen. Und wer weiß, vielleicht findet ja auch Karl May mal den Weg auf ihren Spielplan.


