Noch steht das ehemalige Landratsamt an der Lungwitzer Straße leer. In Zukunft könnten in dem Gebäude ältere Menschen leben.
Foto: Andreas Kretschel
Investorenfamilie kauft altes Landratsamt
Der neue Eigentümer kann sich zum Beispiel ein betreutes Wohnen vorstellen
Hohenstein-Ernstthal. Das ehemalige Landratsamt an der Lungwitzer Straße in Hohenstein-Ernstthal hat einen neuen Besitzer: Familie Hermann aus dem bayerischen Egling. Wie viel die Investoren zahlten, wurde nicht bekannt.
Umbaupläne gibt es derzeit noch nicht. In den nächsten Jahren wollen die Investoren das alte Landratsamt jedoch auf Vordermann bringen. Wann begonnen wird, ist unklar. Für das Gebäude kämen zum Beispiel mehrere Wohnungen und ein betreutes Wohnen infrage, hieß es am Dienstag von der Familie. Die Nutzung könnte somit ähnlich des Hauses an der Antonstraße aussehen, das Silke Hermann gehört. Es steht direkt neben dem Textil- und Rennsportmuseum.
Ab dem Jahr 2009 war das ehemalige Webereigebäude an der Antonstraße umgebaut worden. Mauern wurden abgerissen, neue Ziegelwände errichtet. Die Arbeiter entfernten morsche Balken, zogen neue ein. Für die historisch korrekte Sanierung gab es einen Preis. Die Stadt zeichnete Silke Hermann im vorigen Jahr als Gewinnerin des Fassadenwettbewerbes aus.
Hohenstein-Ernstthals Bauamtsleiter Ulrich Weber wünscht sich nun, dass auch das alte Landratsamt bald wieder in altem Glanz erstrahlt. "Der Zustand ist recht gut. Es müssen lediglich Reparaturen gemacht werden, wie am Dach, an der Heizung und der Elektrik." Seit 1994 stehe das Gebäude weitgehend leer. Mit der damaligen Kreisreform ist das Landratsamt nach Glauchau gezogen. In den vergangenen Jahren nutzten zwischenzeitlich Vereine die Räume. Selbst hatte die Stadt kein Interesse an einem Kauf. "Wir hätten es nur abreißen lassen können, da ein Nutzungskonzept fehlt", sagte Weber. Das Haus befand sich in privatem Besitz.
Aktiv ist Familie Fermann derzeit auch am Zillplatz. Dort wird ein ehemaliges Wohnhaus abgerissen. Parkplätze entstehen. Vorbesitzer war Bernd Bammler, Vorsitzender des Hohenstein-Ernstthaler Geschichtsvereins. Er hatte für die Sanierung auf Geld gehofft, das Haus aber letztlich doch verkauft. Zuvor waren Teile des Giebels auf den Bürgersteig gekracht. Auch das angrenzende Wohnhaus gehört den bayerischen Investoren. In Hohenstein-Ernstthaler besitzen sie weitere Gebäude. Ein anderes steht in Wüstenbrand. Gegenüber dem Bahnhof richtete die Familie eine ehemalige Fabrik her. Darin gibt es nun ebenfalls ein betreutes Wohnen.

