Katrin Hollmann hat zwar noch Fische im Gartenteich. Aber die Schildkrötendame, die sonst dort lebt, ist verschwunden.
Foto: Andreas Kretschel
Klein, flink und auf der Flucht: Reptil in Gersdorf ausgebüxt
Nach Moni aus Hohenstein-Ernstthal sucht schon wieder eine Schildkröte das Weite
Hohenstein-Ernstthal/Gersdorf. Knapp 20 Zentimeter misst ihr Panzer im Durchmesser, sie ist schwarz und hat gelbe Wangen: Frau Hammermann ist der Name der Wasserschildkröte, deren Heim bislang ein Fischteich im Garten einer Gersdorfer Familie war. Doch seit wenigen Tagen fehlt von ihr jede Spur.
Katrin Hollmann (51), die an der Hauptstraße wohnt, hatte in der "Freien Presse" von Moni, der ausgebüxten Landschildkröte aus Hohenstein-Ernstthal, gelesen. "Wir sind auch auf der Suche und ganz traurig", sagte die Gersdorferin am Dienstag am Lesertelefon. "Doch bislang fehlt jede Spur."
Ihren ungewöhnlichen Namen bekam Frau Hammermann vor fünf Jahren: "Jetzt hammer eine Schildkröte", sollen die Finder auf bestem Sächsisch gesagt haben, nachdem sie das Tier in einem Wald entdeckt hatten. Der Nachwuchs der Finder, ein kleines Mädchen, konnte sich nur an das "Hammer" entsinnen - und fabrizierte daraus in ihrer Sprache eben "Hammermann". "Dass es ein Weibchen ist, hat uns der Tierarzt gesagt", fügt Katrin Hollmann hinzu. Das genaue Alter der Schildkröte ließ sich nicht herausfinden. Gut zehn Jahre seien es aber bestimmt, sagt die Eigentümerin. "Sie hört sogar auf ihren Namen und ist ganz zutraulich." Nur leider eben gerade nicht zu Hause.
So sieht die Wasserschildkröte aus Gersdorf aus.Foto: Repro: Andreas Kretschel
Der Teich der Hollmanns, in dem Frau Hammermann bis vor kurzem lebte, hat einen freien Zugang nach draußen. Die Schildkröte, die sonst nur zum Sonnenbad rauskommt und selbst im Winter im Wasser bleibt - dort gibt es ein Loch zum Atmen - muss die Gunst der Stunde genutzt haben und ist davongeeilt. "Ende Juni und Anfang Juli sind Hochzeitswochen, da laufen die Tiere unglaublich schnell", weiß Friedrich Hagen, Besitzer von Moni, von der es auch am Dienstag kein Lebenszeichen gab. Beide Tierfreunde hoffen nun, dass ihre Lieblinge schnell wieder den Weg nach Hause finden.
Kontakt
Hinweise auf den Verbleib der beiden Schildkröten nimmt die "Freie Presse" unter Telefon 03723 651516441 entgegen.

