Die Jugendkantorei des Wurzener Doms gastierte am Samstagabend in der Lichtensteiner Lutherkirche.
Foto: Andreas Kretschel
Konzert verbindet Schwatz und Fußball
Student Andreas Conrad pendelt zwischen Dresden und Lichtenstein, wo er die Kantorei leitet
Lichtenstein. Am Sonntagvormittag sang die Jugendkantorei des Wurzener Doms unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes Dieckert zur Jubelkonfirmation in der Laurentiuskirche. Der Rahmen passte. Festlich wirkt der Kirchenraum. Das hätte sich Andreas Conrad so eigentlich auch am Samstagabend gewünscht, als er gemeinsam mit seinen Sangesfreunden aus der Jugendkantorei ein richtiges Konzert gab - in der Lutherkirche. Die bot an diesem Tag nicht den besten Rahmen für solch eine Veranstaltung.
Junge Leute treffen sich
Von Barockmusik des 17. und 18. Jahrhunderts bis zu romantischer Musik aus der Zeit des 19. Jahrhunderts spann sich der Bogen. Auch Gospel wurden gesungen, weil diese Musik viele junge Leute anspricht, wie Conrad weiß. Der Student der Kirchenmusik, der seit Sommer vergangenen Jahres parallel zu seinem Studium in Dresden die Lichtensteiner Kantorei leitet - bis die ausgeschriebene Stelle wieder besetzt ist - spielte aber auch solistisch an der Orgel sowie gemeinsam mit Tommy Schab (Posaune) eine Orgel-Romanze von Otto Höser.
Dass die Lutherkirche am Samstag nicht festlich wirkte, hat mehrere Gründe. Am Nachmittag trafen sich Jugendliche zur sogenannten Teen-Time (Zeit für Jugendliche). Der frühere Lichtensteiner Pfarrer Roland Seibt hielt eine Predigt. Die jungen Leute redeten über Gott und die Welt und verbrachten abwechslungsreiche Stunden miteinander. Entsprechend locker eingerichtet war der Kirchenraum. Und nach dem Konzert mit der Jugendkantorei des Wurzener Doms ging es in noch lockererer Atmosphäre weiter. Ein Beamer wurde aufgebaut und das Fußball-Europameisterschaftsspiel Deutschland gegen Portugal live übertragen. Ein paar mehr Fußballfans hatten sich dabei die Organisatoren aber gewünscht. Es werden so 40 Leute gewesen sein, sagte Conrad - vor allem waren es Jugendliche, die schon am Nachmittag dabei waren, und Mitglieder der Jugendkantorei. Die reichlich 30-köpfige Gruppe verbrachte nämlich das Wochenende in Lichtenstein und übernachtete im benachbarten Lutherhaus. Auch das sprach dafür, das Konzert in dieser und nicht in der Laurentiuskirche zu veranstalten.
Probe ist einmal im Monat
Andreas Conrad hat 2007 zum ersten Mal an einem Sommercamp der Jugendkantorei teilgenommen. Das hat ihm so gefallen, dass er seither keines dieser jährlich stattfindenden zehntägigen Treffen verpasst hat. Einmal monatlich treffen sich die Sänger zu einem Probenwochenende. Oft wird das mit Konzerten verbunden, sodass man sich in dem Ort in Mitteldeutschland trifft, in dem der Samstagabend-Auftritt geplant ist. Sonntags wird meist noch beim Gottesdienst gesungen. Die restliche Zeit der beiden Tage wird vor allem für Proben genutzt.
Dass Andreas Conrad die Aufgabe als Lichtensteiner Kantor übernehmen konnte, verdankt er einem Studienkollegen. Befreundet ist Conrad mit den Lichtensteiner Brüdern Markus und Pascal Kaufmann, die schon oft mit ihren Auftritten in der Stadt und darüber hinaus begeistert haben. Markus Kaufmann ist ein Kommilitone von Andreas Conrad. Von ihm hat er den Tipp von der freien Kantorenstelle bekommen.

