Mandy Köhler verkauft auf dem Wochenmarkt am Stand "Gute Biene" ihre Imkerprodukte. Bei eisigen Temperaturen hält sie sich mit einer Tasse heißem Tee aus der Thermoskanne warm.
Foto: Andreas Kretschel
Markthändlerin packt sich besonders warm ein
Eisiger Ostwind schickt Thermometer auf Talfahrt
Hohenstein-Ernstthal. Dick eingepackt steht Mandy Köhler an ihrem Stand auf dem Hohensteiner Wochenmarkt. Drei Pullover und zwei Strumpfhosen hat die zierliche junge Frau angezogen, um Cooper die kalte Schulter zu zeigen. Denn das Hochdruckgebiet hat sibirische Kaltluft nach Europa gebracht und lässt das Quecksilber in der Karl-May-Geburtsstadt nur auf minus sieben Grad steigen. "Diese trockene Kälte ist auf jeden Fall angenehmer, als wenn es nasskalt ist", sagt die 29-Jährige. Bei Wind und Wetter ist sie mit ihrem Stand unterwegs, an dem sie Honig und andere Imkerprodukte verkauft.
Kaltfront gefährdet Pflanzen
Die Kaltfront aus dem Osten lässt nicht nur die Marktbesucher bibbern, auch Uwe Siegert kommt sie ungelegen. "Das Problem ist, dass derzeit fast kein Schnee liegt", erläutert der Juniorchef der Hohenstein-Ernstthaler Baumschule.
Dadurch dringt der Frost tiefer in das Erdreich, und Pflanzen können geschädigt werden. "Eventuell kann man versuchen, empfindliche Pflanzen mit Reisig vor der Kälte zu schützen", sagt er. Zwar seien solche Temperaturen nichts Ungewöhnliches, allerdings haben die milden Tage zum Jahresanfang Pflanzen bereits zum Austreiben gebracht.
Ein wenig Frost ist für das Wintergetreide sogar nötig. Deshalb macht sich Andreas Grellmann, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Lungwitztal, derzeit nur wenig Sorgen. Trotzdem wäre aus seiner Sicht ein wenig Schnee gut. "Wichtiger war für uns der Regen, der der langen Trockenperiode im Herbst folgte", sagt er. Schließlich wäre es in der Landwirtschaft langweilig, wenn das Wetter immer mitspielen würde.
Bello legt einen Hundemantel an
Aufgrund der sprichwörtlichen Hundekälte werden auch die Vierbeiner im Tierheim Langenberg noch ein wenig mehr umsorgt. "Die Hunde bekommen in ihre Zwinger zusätzlich Decken gelegt. Außerdem gibt es für sie warme Milch mit Honig", sagt Leiterin Jana Berger. Darauf sind Bello und seine Artgenossen besonders bei der Kälte scharf. "Wenn es wie derzeit so niedrige Temperaturen gibt, ist es auch nicht verwerflich, den Vierbeinern einen Hundemantel anzuziehen", sagt Jana Berger. Besonders Tiere, die vor allem in der Wohnung gehalten werden, mangele es oft an dem nötigen dichten Fell.
Damit es auch die Herrchen in den nächsten Tagen in ihren vier Wänden schön warm haben, überprüft die Wohnungsgenossen- schaft Sachsenring regelmäßig ihre Fernwärmeversorgung. Insgesamt 1549 Wohnungen werden von dem Vermieter in Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal verwaltet. "Zudem ist unser Havariedienst ständig erreichbar", erklärt Mitarbeiterin Nicole Tietze. Vor zwei Jahren habe es bei der Kältewelle aber keine Probleme gegeben.
Trotz der sibirischen Temperaturen müssen sich die Eisläufer gedulden. Auf dem Stausee Oberwald ist die Eisschicht noch viel zu dünn. Im Gersdorfer Sommerbad soll am Freitag getestet werden, ob das Eislaufen am Wochenende möglich ist. Denn kalt bleiben soll es laut den Meteorologen auch weiterhin.

