Rund 230.000 Motorsport-Fans waren im vergangenen Jahr beim Grand Prix dabei. Auch in diesem Jahr soll es wieder volle Tribünen geben.
Foto: A. Kretschel
Sachsenring-Firma schaltet Gang höher
Rennstrecke befindet sich in ständigem Wandel - Ticketabsatz übertrifft Erwartungen
Oberlungwitz. Am Sachsenring in Oberlungwitz beginnt in diesem Jahr ein neuer Abschnitt. Mit dem Erhalt des Motorrad-Grand-Prix kommen auf die Sachsenring Rennstrecken-Management Gesellschaft (SRM) umfangreiche Aufgaben zu. Das Unternehmen wird sich künftig um die Organisation des Motorsport-Höhepunktes kümmern.
Vor allem logistische Aufgaben stehen an. Geschäftsführer Wolfgang Streubel: "Wir betreten damit Neuland. Mit der Finanzierung des Rennens hatten wir vorher schließlich nichts zu tun." Unter anderem muss sich um den Ticketverkauf gekümmert werden. Mit den Partnern sind Verträge zu verhandeln. Gespräche mit dem ADAC Sachsen stehen an. Und nicht zuletzt müssen nötige Umbauten wie die Kiesbetterweiterung vorangebracht werden. 2 Millionen Euro sollen sie kosten. 1,5 Millionen Euro gibt der Freistaat Sachsen als Fördermittel dazu. Der Zweckverband "Am Sachsenring" muss 500.000 Euro aufbringen. In ihm sind die Städte Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz vertreten. Über das Gebiet der beiden Städte verläuft die Rennstrecke.
Plan geht nicht auf
Damit kommt der SRM fast über Nacht eine tragende Rolle zu. Wolfgang Streubel will darauf reagieren und möglichst schnell zusätzliches Personal einstellen. Was kaum einer weiß: Vor wenigen Jahren stand das Unternehmen noch infrage. Ende 2004 war es auf Betreiben des Zweckverbandes und des Freistaates Sachsen gegründet worden. Um den Sachsenring weiterzuentwickeln und so die Voraussetzungen für den Motorrad-Grand-Prix zu erfüllen, wurden vom Zweckverband zahlreiche Fördergeldanträge gestellt. Ein großes Problem war es dabei, für die Umbauten die Eigenmittel aufzubringen.
"Die Region sollte damals besser in den Sachsenring eingebunden werden", erklärte Steffen Schubert (parteilos), Bürgermeister von Oberlungwitz. In das neue Unternehmen SRM brachten sich daher Hohenstein-Ernstthal, Lichtenstein, Oberlungwitz, Bernsdorf, Gersdorf und der damalige Landkreis Chemnitzer Land, der inzwischen Teil des Landkreises Zwickau ist, als Gesellschafter ein. Sie sollten mit Geld die Umbauten voranbringen. Zudem sollte die SRM einen Teil der nötigen Eigenmittel selbst erwirtschaften.
Geplant war, dass sich das Unternehmen um den Ankerberg kümmert. Die Standgebühren für Zelte und der Verkauf von Getränken sowie Essen sollten zusätzliches Geld einbringen. "Das funktionierte allerdings nicht", sagte Steffen Schubert. Schließlich habe es bereits bestehende langfristige Verträge zwischen dem Landeigentümer und einem Cateringunternehmen gegeben. Die Idee wurde verworfen. In den Folgejahren nutzte der Zweckverband vor allem die von den Kommunen erhobene Ticketsteuer, um Eigenmittel aufzubringen. Auf etwa 140.000 Euro im Jahr belief sich die Summe zuletzt.

