Der Eingangsbereich der Laurentiuskirche wird sich verändern. Sträucher, Linden und die beiden Postamente an der obersten Stufe, die erst später hinzugefügt wurden, kommen weg, die Mauer wird erneuert.
Foto: Markus Pfeifer
Sanierung: Kirchenmauer der Lichtensteiner St. Laurentiuskirche wird erneuert
Letzte Bauabschnitt beginnt - 870.000 Euro in Gotteshaus geflossen
Lichtenstein. Die St. Laurentiuskirche nahe des Lichtensteiner Altmarktes kann die letzten Bleiglasfenster einbauen und vor allem die kaputte Mauer sanieren. Am 1. Juni erhielt Bauamtsleiter Mario Hößler das Okay der Sächsischen Aufbaubank, dass Fördermittel fließen. Die Kommune übernimmt 10 Prozent des rund 200.000-Euro-Vorhabens.
2005 wurde die Kirche als Einzeldenkmal mit hoher kulturhistorischer und städtebaulicher Bedeutung in das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. "Das Programm griff 2007, von da an ging es in großen Schritten voran", sagt Architektin Marita Rother, zugleich Kirchenvorstandsmitglied. Nun sollen die letzten großen Arbeiten erfolgen.
Rother zufolge kommen die Sträucher weg, die beiden Linden im Eingangsbereich auch. "Die Wurzeln machen die Stützmauer kaputt", erklärt die Architektin die Löcher und Beulen im Mauerwerk. Das wird aus statischen Gründen abgetragen, historisch aufgearbeitet und so originalgetreu wie möglich aufgebaut. Die Buchsbaumhecke wird erweitert. Die Denkmalschützer bestehen auf den Erhalt dieses Seiteneingangs. "Aus städtebaulicher Sicht war das der Übergang zum Schloss", erklärt Rother. Auch wenn mit dieser Investition der Erhalt des Gotteshauses einen Riesenschritt vorankommt, bleibt für die Gemeinde allerhand zu tun. "Eine fertige Kirche werden wir nie haben", sagt Marita Rother. Innen fehlt der Wandanstrich, die Türen müssen überholt, die Glocken gegossen werden. "Aber unser Budget erst vorerst erschöpft."
Die Demontage der drei defekten Stahlgussglocken war eines der beiden Spektakel während der Sanierung. Am 26. August 2008 wurden sie von einer Spezialfirma herunter gehoben. Für Aufsehen sorgte auch eine Gruft, die im Oktober 2009 entdeckt wurde. Neben offen liegenden Gebeinen fand sich ein Kindersarg und ein weiterer, bereits stark zerfallener Sarg. Fachleute des Landesamtes für Archäologie urteilten, dass sie etwa so alt sind wie die Kirche. Es fanden sich keine Hinweise, wer die Toten waren. Die Gruft wurde verschlossen und gesichert.

