Das verfallene Nachbarhaus der ehemaligen Lügenschmiede soll möglichst noch in diesem Jahr abgerissen werden.
Foto: Andreas Kretschel
Schandflecke in Hohenstein-Ernstthal sollen verschwinden
Für rund 375.00 Euro will die Stadt noch in diesem Jahr fünf Gebäude abreißen lassen
Hohenstein-Ernstthal. Die Wände sind verfallen. Das Dach ist marode. Ein großer Bauzaun schützt Fußgänger vor herabfallenden Mauerteilen. Für viele Hohenstein-Ernstthaler ist das Nachbargebäude der ehemaligen Lügenschmiede ein Ärgernis. Wegen des Gebäudezustandes musste die Braugasse abgesperrt werden. Die Ruine ist im Besitz der Stadt. Sie will nun handeln.
"Wir wollen noch möglichst in diesem Jahr das Haus wegreißen lassen", sagte Uwe Kemter, Sachgebietsleiter Grünflächen und Liegenschaften. Rund 65.000 Euro würden an Kosten entstehen. Kemter hofft auf Fördermittel in Höhe von 90 Prozent aus dem Landesrückbauprogramm. Dann müsste die Stadt lediglich 6500 Euro aufbringen. Fließt das Geld nicht, werde der Abriss weiter auf sich warten lassen, sagte der Sachgebietsleiter. In Hohenstein-Ernstthal ist das Geld knapp. Ein Grund sind Neubauten wie der Bauhof und die Sachsenringmittelschule. Allein dafür müssen insgesamt 3,6 Millionen Euro aufgebracht werden. Hinzu kommen Vorhaben wie die Schützenhaus-Sanierung.
Möglichst im Herbst sollen Bagger das Gebäude abtragen. Zuvor müsste die Arbeiten ausgeschrieben werden. Anschließend ist der Auftrag an eine Firma zu vergeben. Beides könnte noch im August oder September geschehen. Gibt es jedoch in den kommenden Wochen keinen Fördermittelbescheid von der Landesdirektion, liegt das Vorhaben vorerst auf Eis. "In den Wintermonaten ist es zu kalt für die Arbeiten. Frost ist immer ein Problem", sagte Kemter. Dann werde frühestens im Frühjahr der Abriss starten.
Das Nachbarhaus der ehemaligen Lügenschmiede ist nicht das einzige verfallene Haus, das die Stadt im Visier hat. Vier weitere Ruinen befinden sich in ihrem Besitz. Auch sie sollen möglichst noch in diesem Jahr verschwinden. Kemter hofft ebenfalls auf Fördergeld. Es handelt sich um Wohnhäuser am Pfarrhain, an der Schützenstraße, an der Herrmannstraße und am Neumarkt. Die Kosten belaufen sich auf 310.000 Euro. Inklusive Braugasse entstehen Gesamtkosten in Höhe von 375.000 Euro. Kemter: "Wir hätten dann unsere fünf schlimmsten Stellen beseitigt - also die Gebäude, die im schlechtesten Zustand sind."

