Schneeberge lassen Entsorgung stocken
Müllabfuhr kann viele Haushalte gar nicht erst erreichen
Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal. Nach den Schnee- drohen jetzt möglicherweise Müllberge. Bei der Leerung in Hohenstein-Ernstthal sind die Männer der Kommunalentsorgung Chemnitzer Land (KECL) und vom Veolia-Umweltservice in dieser Woche vielfach nicht mehr zu den Tonnen gelangt. "Wir haben heute zwar noch einmal nachberäumt, aber dabei nicht alle Haushalte erreicht", sagte am Freitag KECL-Geschäftsführer Wolfgang Schwabe. Die nächste planmäßige Hausmüll-Leerung im Stadtgebiet stehe nun erst nach Weihnachten an.
Oberbürgermeister Erich Homilius (parteilos) befürchtet deshalb ein Müllproblem. "Über die Feiertage fällt mehr Hausmüll an", sagte er. "Es gibt die Befürchtung, dass die Behälterkapazität nicht ausreicht." Die Situation sei "dramatisch", bestätigte auch KECL-Chef Schwabe. Vor allem in Neubaugebieten wie der Fritz-Heckert-Siedlung habe es Probleme gegeben. "Wenn der Winterdienst wegen parkender Autos nur auf Fahrzeugbreite räumen kann, kommen wir mit unseren Autos nicht durch", sagte er. Oft seien auch Stellplätze eingeschneit und die vierrädrigen Tonnen mit bis zu 500Kilogramm Gewicht zu schwer, um sie über weite Strecken zu schieben. Außerdem behinderten Schneeberge zwischen Gehweg und Straße die Arbeit, sagte Jochen Rada, Veolia-Betriebsleiter in Lichtenstein. Nach der Extratour am Freitag in Hohenstein-Ernstthal seien vor Weihnachten in der Stadt keine weiteren zusätzlichen Leerungen mehr möglich, so Schwabe. "Nächste Woche sind wir in Glauchau, Meerane, Lichtenstein, Gersdorf, Oberlungwitz und der Umgebung von Limbach-Oberfrohna unterwegs." Auch das seien schwierige Gebiete, sodass es keine freien Kapazitäten mehr gebe. Die Entsorger appellieren auch dort an die Autofahrer, den Winterdienst nicht zu behindern.
Bei der Hohenstein-Ernstthaler Leerung nach Weihnachten werde jedoch Rücksicht auf die Umstände genommen. Mit zusätzlichem Hausmüll, etwa in Tüten, verfahre man "pragmatisch", verspricht Schwabe. "Es wird keine neapolitanischen Zustände geben."


