Dirk Heidolf, hier im Februar bei einer Pressekonferenz des Racing-Team-Germany, dessen Teamchef er ist. 
Dirk Heidolf, hier im Februar bei einer Pressekonferenz des Racing-Team-Germany, dessen Teamchef er ist.

Foto: Andreas Kretschel/Archiv

Staatsanwalt klagt Ex-Rennsportler an

Dirk Heidolf muss sich wegen versuchten Versicherungsbetrugs vor Gericht verantworten

Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal. Versuchter Versicherungsbetrug wird Ex-Rennsportler Dirk Heidolf vorgeworfen. Der 34-jährige Teamchef des Racing-Team-Germany steht demnächst vor dem Amtsgericht in Hohenstein-Ernstthal.

Gericht hält sich bedeckt

Der Grund für die Anklage: Im Januar 2010 soll in das Domizil des Racing-Team-Germany eingebrochen worden sein. Dabei sollen unter anderem Werkzeug und Motorradteile verschwunden sein. Der Einbruch wurde an die Versicherung gemeldet - dort sollen aber Bedenken aufgekommen und Ungereimtheiten entdeckt worden sein. Zu Details hält sich das Amtsgericht bedeckt. Ob Dinge als gestohlen gemeldet wurden, die gar nicht gestohlen worden sind, oder ob es den Einbruch überhaupt gegeben hat, dazu war bislang nichts zu erfahren. Nur soviel: "Der Schaden, der beim Einbruch entstanden sein soll, bewegt sich im fünfstelligen Bereich", sagt Vize-Amtsgerichtsdirektor Michael Respondek. Die Versicherung habe den Schaden nicht anerkannt und deshalb nicht beglichen.

"Wir haben die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen. Der Fall wird am Schöffengericht verhandelt", sagt Respondek. Zwischen dem 14. und 25. November, also nach Ende der aktuellen Rennsaison, soll die Verhandlung über die Bühne gehen. Zwei Prozesstage sind eingeplant. Die Verhandlung wird Richter Manfred Weber leiten.

Heidolf äußert sich nicht

Die Mitteilung, dass das Amtsgericht die Anklage gegen Dirk Heidolf zugelassen hat, sorgt bei Rechtsanwalt Fritz Binder aus Zwickau für Kopfschütteln. An ihn hatte Heidolf verwiesen. Er übernimmt die Verteidigung des Teamchefs. "Aus meiner Sicht sind die Vorwürfe haltlos. Ich habe für die Anklageschrift kein Verständnis", sagt Fritz Binder. Er geht zuversichtlich an den Prozess heran: "Ich bin optimistisch, dass wir für Herrn Heidolf einen positiven Verfahrensausgang erreichen."

 

Vom Motorradsitz auf den Chefsessel

Der gebürtige Karl-Marx-Städter Dirk Heidolf, Jahrgang 1976, ist von 2002 bis 2007 bei Motorrad-Weltmeisterschaftsläufen an den Start gegangen. Dabei erreichte er in der 250-ccm-Klasse in der Gesamtwertung Platzierungen zwischen Rang 20 und 23. Nach der Saison 2007 beendete er seine aktive Karriere als Motorradrennfahrer. Sportlich ist er nun beim Motocross unterwegs, allerdings vorwiegend um fit zu bleiben, wie Heidolf selbst auf seiner Internetseite mitteilt. Seine Hauptaufgabe ist die des Teamchefs des Racing-Team-Germany. Seit 2009 sitzt Dirk Heidolf zudem für die CDU im Stadtrat Hohenstein-Ernstthal.

 
erschienen am 26.07.2011 ( Von Holger Frenzel (mit ann) )
 
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