Hydrant Ein kaputter Hydrant hat die Marienthaler Straße am Sonntag in eine glatte Eispiste verwandelt. Sie musste stundenlang gesperrt werden.

Foto: Ralph Köhler

Kälte-Welle: Zwickau zittert bei minus 24,6 Grad

Mensch und Technik kommen an ihre Grenzen

Zwickau. Ein Hydrant, der der Kälte nicht standhielt, hat für eine Sperrung eines Teils der Marienthaler Straße gesorgt. Am späten Sonntagabend ging er kaputt. Zwar stellten die Wasserwerke die betroffene Leitung schnell ab. Das Wasser, das bis dahin schon ausgetreten war, gefror jedoch sofort - und verwandelte die Fahrbahn in Höhe der Luisenstraße in eine spiegelglatte Eispiste, die für Autos bis Montagnachmittag nicht mehr befahrbar war.

Die Kälte: Sie macht der Region zu schaffen. "Der starke Frost verursacht Schienenbrüche, die bei diesen Minustemperaturen nicht geschweißt werden können", sagt Peter Seidel, beim Städtischen Verkehrsbetrieb für die Technik verantwortlich. Damit die Straßenbahnen trotzdem weiterfahren können, verschraube man die Bereiche mit Laschen. Auch die Oberleitungen seien gefährdet, Blitzeis könne ihnen zusetzen. Ein probates Mittel dagegen gibt es laut Seidel nicht. Es helfe nur, beständig zu fahren.

Trotz sibirischer Temperaturen kommt Volker Schneider nicht ins Zittern. Die Wärmeversorgung für die Stadt ist gesichert, sagt der Chef der Zwickauer Energieversorgung. Das neue Blockheizkraftwerk Planitz sei am Netz und laufe parallel zum alten Heizwerk, das an seine Leistungsgrenze angekommen ist. Während Schneider beim Wärmeabsatz zwischen minus 5 und minus 20 Grad Celsius kaum Unterschiede feststellt, sei der Stromverkauf deutlich gestiegen. "Bei dieser Kälte schalten einige Zusatzgeräte ein."

Ein volles Haus hat Petro Richter, in der Stadtmission zuständig für die Betreuung der Wohnungslosen. Sie kommen nachts in der städtischen Übernachtungsstelle unter. Tagsüber finden sie sich im "Treff" der Stadtmission ein. "Viele Menschen reagieren derzeit sensibler auf Obdachlose, weil das Thema jetzt viel in den Medien ist", sagt Richter. In der Region lebten mehr als 180 Leute auf der Straße. Sorgen macht sich Richter auch um Menschen, denen der Strom abgedreht wurde. Selbst mit Dach über dem Kopf ist das derzeit zu kalt zum Leben.

 
erschienen am 06.02.2012 ( Von Sara Thiel und Dennis Kittler )
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 09.02.2012
    11:41 Uhr

    sourcream: und wo bleiben die Winterdienste in Zwickau?? Hier schneit es heftig und kein Winterdienst ist zu sehen!!! Wenn zwei Flocken runterkommen sind die komsicher Weise immer da.

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