Die Kajaktouren auf der Zwickauer Mulde waren von Anfang an beliebt. Neben Privatpersonen haben auch Schulklassen, Vereine und andere Gruppen das Angebot angenommen.
Foto: Wiegand Sturm/Archiv
Kajak-Touren auf der Mulde droht das Aus
Etwa 2000 Gäste nutzen das wassersportliche Freizeitangebot pro Jahr
Waldenburg/Glauchau. Das touristische Angebot in der Region droht um eine Attraktion zu schrumpfen. Wenn sich kein Nachfolger findet, wird es die begehrten Kajak-Touren auf der Zwickauer Mulde zwischen Waldenburg und Wolkenburg nicht mehr geben. Heidi Busch, Inhaberin des gleichnamigen Kajak-Mietservices in Glauchau, muss aufgeben - aus Altersgründen. 20 Doppelkajaks, die in gemieteten Garagen in Waldenburg untergebracht sind, kommen bei den Touren zum Einsatz. Heidi Busch musste in der letzten Saison oft selbst mit anpacken, um die 30 Kilogramm schweren Boote vom Hänger zu laden. Vom Ziel der Kajaktour in Wolkenburg müssen die Boote wieder zurück gebracht werden. "Das ist körperlich harte Arbeit, das schaffe ich nicht mehr", sagt sie. Ihr Mann habe vor geraumer Zeit wieder in seiner alten Arbeitsstelle anfangen können.
Nachfolge bislang nicht in Sicht
Einen jungen Nachfolger, der die Boote übernimmt und das Geschäft ausbauen könnte, hat sie bislang nicht gefunden. Bis April sollte die Nachfolge geregelt sein, meint Heidi Busch. Klappt das nicht, gibt sie die Boote ihrem Sohn, der das Stammgeschäft in der Fränkischen Schweiz betreibt. Als er damals damit begann, gingen seine Eltern mit, kehrten aber 2007 nach Westsachsen zurück, bauten die Zweigstelle auf und organisierten seitdem Kajakfahrten auf der Zwickauer Mulde - acht Kilometer inmitten der Natur. Ein Nachfolger würde aber völlig unabhängig vom Mietservice in Franken sein eigenes Geschäft führen können. Heidi Busch hält es durchaus für ausbaufähig, 1500 bis 2000 Gäste hatte sie allein bei den Touren zwischen Waldenburg und Wolkenburg. Die wasserrechtliche Genehmigung liege bis zum Jahr 2017 vor. Es gebe aber darüber hinaus noch Potenzial, das Geschäft zu erweitern, etwa auf anderen Flussabschnitten im Neunseeland im Südraum von Leipzig. "Wer den Kajakservice übernimmt, muss sich im Klaren sein, dass es sich um ein Saisongeschäft handelt und man vor allem an den Wochenende unterwegs ist", sagt Heidi Busch.
Verein bedauert mögliches Ende
"Es wäre sehr schade, wenn gerade dieses Angebot sterben würde", sagt Ina Klemm, Geschäftsführerin der Tourismusregion Zwickau. Der Verein arbeitete von Anfang an mit Heidi Busch zusammen. Bei den Kajaktouren handele es sich um eine Attraktion für die Besucher. Sollte der Kajakbetrieb auf der Zwickauer Mulde zwischen der Töpferstadt und Wolkenburg tatsächlich eingestellt werden müssen, verbleiben die Schlauchboottouren als einziges Angebot, die Umgebung des Muldetals vom Wasser aus kennen und schätzen zu lernen.

