Der kleine Kaukasische Owtscharka-Welpe Loki, den Tierheim-Lehrling Lisa Schaal noch problemlos im Arm halten kann, wird schon bald zu einem stattlichen Vertreter seiner Art heranwachsen.
Foto: Andreas Wohland
Owtscharka-Welpe Loki lernt jetzt die Welt kennen
49 Hunde, fast 100 Katzen und um die 20 Kleintiere warten derzeit im Tierheim auf die Vermittlung
Vielau. Nicht nur die vielen Tiere stellen die Mitarbeiter des Tierheimes im Vielauer Wald vor erhebliche Probleme. Manchmal sind es auch einzelne Exemplare. Jüngstes Beispiel: eine Kettennatter, die in St. Egidien gefunden wurde.
"Eigentlich ist für diesen Bereich das Langenberger Tierheim zuständig. Dort gibt es aber kein Terrarium, so dass wir in die Bresche gesprungen sind", sagt Claudia Ruf, Vorsitzende des Tierschutzvereins Zwickau und Umgebung. Was für die Tierschützer nach der Aufnahme der Schlange folgte, war zunächst erst einmal viel Rechercheaufwand, in den unter anderem auch ein Experte des Leipziger Zoos einbezogen wurde. Um welche Art handelt es sich? Welche besonderen Anforderungen an die Unterbringung gibt es? Was frisst die Natter? "Im Grunde sind Tierheime für die Aufnahme von Reptilien gar nicht geeignet. Normalerweise müsste es in Sachsen eine zentrale Auffangstelle für diese Tier geben, in denen sich Spezialisten um sie kümmern können", sagt die Vereinsvorsitzende.
Vierbeiner suchen Familien
Weitaus weniger problematisch gestaltet sich die Versorgung der Vierbeiner. Hier ist es mehr die Vermittlung an geeignete Besitzer. So kommt der kleine Loki, ein zehn Wochen alter Welpe der Rasse Kaukasischer Owtscharka, derzeit noch recht knuffig daher. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, wie ein ausgewachsener Owtscharka aussieht, kann sich bei einem Blick auf Lokis Eltern, die sich ebenfalls im Tierheim befinden, ein Bild machen. "Der Welpe ist jetzt im kritischen Alter, in dem er seine Umwelt kennenlernen muss. Dazu gehören unter anderem Autofahren, der Umgang mit Menschen und anderen Hunden", sagt Claudia Ruf. Allerdings muss Lokis neuer Besitzer unbedingt über Erfahrung im Umgang mit den stattlichen Herdenschutzhunden verfügen.
Perserkatzen schmusen gern
Derartige Spezialkenntnisse brauchen Interessenten für den sieben Jahre alten Pudel Berry nicht. Er kam in die Einrichtung des Tierschutzvereins, da sein Herrchen verstorben ist. "Berry ist ein umgänglicher Hund, geeignet für Familien oder auch ältere Menschen. Lediglich auf andere Rüden ist er nicht allzu gut zu sprechen", sagt die Vereinsvorsitzende. Zwei Perserkatzen gehören ebenfalls zu den Tierheimbewohnern. Der kastrierte Kater und die Katze sind zwischen sieben und acht Jahren alt. "Es sind ruhige und verschmuste Tiere, unkompliziert in der Haltung", sagt Claudia Ruf. Ebenso wie die beiden Perserkatzen, suchen auch noch zahlreiche "Maikätzchen" ein neues Zuhause. Möglichst viele von ihnen sollten kurzfristig vermittelt werden, ehe die kleinen Samtpfoten aus dem nächsten Wurf des Jahres im Tierheim abgegeben werden.
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