Foto: A. Kretschel
Sachsenring: Ticketverkauf bleibt hinter Ziel zurück
Über die Zukunft des Weltmeisterschaftslaufes entscheiden letztendlich die Fans
Hohenstein-Ernstthal. Gemeinsam mit seinen beiden Kindern und seiner Frau würde Jan Müller aus Hohenstein-Ernstthal gern einmal die Rennatmosphäre auf dem Sachsenring live erleben. Doch auch in diesem Jahr ist der 35-Jährige beim Motorrad-Grand-Prix nicht dabei. "Das ist uns zu teuer", sagt er. "Ich hatte mich im vorigen Jahr schon einmal informiert, es aber sein gelassen." Rund 230.000 Menschen waren bei dem Weltmeisterschaftslauf dabei. Ob diese Zahl wieder erreicht wird, vermag niemand zu sagen.
Für den am 6. Juli startenden Grand Prix will die Sachsenring Rennstreckenmanagement Gesellschaft (SRM) 50.000 Wochenendtickets verkaufen. Knapp 38.000 sind es laut Sprecherin Judith Pieper-Köhler bislang. Die Wochenendtickets sind für drei Tage gültig. Hochgerechnet auf einzelne Tickets entspricht die Zahl 114.000 Karten. Damit konnte das kommunale Unternehmen das selbstgesteckte Ziel noch nicht erreichen. Nicht eingerechnet sind die verkauften Karten der privaten Tribünenbesitzer. Hinzukommen außerdem noch die Einzeltickets, die seit Anfang vergangener Woche verkauft werden. "Ich bin optimistisch, dass viele Fans an die Strecke kommen", sagt Pieper-Köhler. Gleichzeitig gibt es weniger Tribünen. Beim Rennen 2011 waren es noch 23 Stück. Nun sind es drei weniger. "Stattdessen werden mehr Stehplätze angeboten."
Bis zu 140 Euro kosten die Wochenendtickets. Zuvor waren es bis zu 110 Euro. Im Vergleich zu anderen Rennstrecken sei der Grand Prix auf dem Sachsenring recht günstig, betonte SRM-Geschäftsführer Wolfgang Streubel. Durch die Preissteigerungen von rund 30 Prozent soll der Grand Prix rentabel werden. Der ADAC Sachsen hatte im vergangenen Jahr wegen des hohen erwarteten Defizits das Handtuch geworfen. Der Verein lehnte es ab, die Eintrittspreise zu erhöhen. Er befürchtete, dass weniger Menschen an die Strecke kommen. Daraufhin sprangen die Kommunen ein. Inzwischen richtet die SRM den Grand Prix aus. Damit tragen insbesondere Orte wie Hohenstein-Ernstthal das finanzielle Risiko. Laut Pieper-Köhler müssen sechs Millionen Euro an Einnahmen zusammenkommen. "Wir gehen derzeit nicht von einem größeren Minusbetrag aus." Sollte der Fall doch eintreten, müsse neu über die Zukunft des Grand Prix nachgedacht werden.
Hohenstein-Ernstthals Beigeordneter Lars Kluge sieht das ähnlich. "Ich denke, die Nachfrage nach Tickets ist gut." Die meisten Stehplatztickets würden erst kurz vor dem Rennen verkauft. Natürlich weiß auch Kluge, dass der Grand Prix mit der Höhe der Einnahmen steht und fällt. Er bestätigte, dass es eine Ausstiegsklausel in dem zwischen dem spanischen Rennvermarkter Dorna und der SRM geschlossenen Vertrag gibt. Über fünf Jahre erstreckt sich die Vereinbarung. Halten beide Seiten sie ein, findet der Grand Prix noch mindestens bis 2016 statt.
Einen Großteil der Einnahmen sollen die Fans beisteuern. Fans wie Jan Müller. "Wir werden uns das Rennen zu Hause vor dem Fernseher anschauen", sagt er. "Etwas anderes bleibt uns nicht übrig."
Service
Tickets für den diesjährigen Motorrad-Grand-Prix sind in den Geschäftsstellen der "Freien Presse" erhältlich.


18:03 Uhr
Nyah: Wenn der GP nicht immer im Prüfungszeitraum statt finden würde, wäre ich seit 3 Jahren schon dabei.
Aber so kann ich frühstens in 2 Jahren die Profis live erleben.