Spendenbox im Tierpark Tierparkchefin Ramona Demmler am Rüsselsheim-Rohbau. Die Spendenbox steht nicht zufällig gerade an dieser Stelle.

Foto: Ralph Köhler

Tierpark Hirschfeld: Im Nasenbärengehege droht der Baustopp

Ohne zupackende Unterstützung können die Mitarbeiter der Einrichtung nicht weiterbauen

Hirschfeld. Wenn im Frühling die Gärtner wieder zu Hacke und Schaufel greifen, dann sollte sich auch auf dem Dach des neuen Nasenbärengeheges im Tierpark Hirschfeld etwas tun. Denn das Gebäude wird eine grüne Mütze bekommen.

Die Tiere kommen zuerst

Allerdings klafft im Tiergehege eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die hätten zwei Helfer über den Bundesfreiwilligendienst ausfüllen sollen - aber das Geld für dieses Programm ist alle. Selbst wenn Tierparkchefin Ramona Demmler einen Bewerber hätte, sie hätte keine Chance auf dessen Bezahlung. Die Einrichtung beschäftigt neben der Chefin drei Tierpfleger und einen Schlosser. Die haben allerdings alle Hände voll damit zu tun, die Tiere zu versorgen, und die täglich anfallenden Aufgaben zu erledigen. Die Bauarbeiten sind da die Kür nach der Pflicht. "Bisher hatten wir drei Stellen für Zivildienst Leistende. Davon waren zwei immer besetzt." So hatten die Angestellten die Möglichkeit, für die Nasenbären ein schönes Heim zu bauen.

Ein Nasenbär.

Foto: Mischa Krumm/Fotolia

Daran gibt es noch einiges zu tun: In diesem Jahr soll der Putz an die Wände kommen. Auch der Innenausbau steht an, ebenso die Dachbegrünung. Schließlich muss auch das Außengehege ordentlich gestaltet werden. Das alles hängt aber nicht nur davon ab, ob sich fleißige Hände finden, sondern die Einrichtung ist auch auf freigiebige Hände angewiesen. Denn der Tierpark trägt sich - als einziger in der Region - selbst. Da bleibt für neue Gebäude kaum etwas übrig.

Dennoch: Als Luxus würde Ramona Demmler das eine knappe Viertelmillion Euro teure Vorhaben nicht bezeichnen. "Wir müssen schon alle paar Jahre etwas Neues anbieten, um attraktiv zu bleiben. Und unsere Besucher honorieren das auch." Immerhin 120.000 Gäste haben sich den Tierpark im vergangenen Jahr angeschaut.

Zwei Termine stehen fest

Nicht wenige Gäste kommen aus dem Hofer und dem Thüringer Raum. Doch drei Viertel der Besucher stammen aus dem Zwickauer Umland. Folgerichtig gibt auch der Landkreis etwas zur Finanzierung dazu. Die Gemeinde Hirschfeld, der die Einrichtung gehört, beteiligt sich zumindest an Investitionen.

Neben all den Unsicherheiten hat Ramona Demmler aber auch feste Ziele im Blick. Neben dem Wolfstag am Sonntag steht auch schon das Familienosterfest am 7. April im Terminplan. Das wird in diesem Jahr ein Falknertag werden - Demmler freut sich schon auf zwei Flugvorführungen. Zudem können die Besucher mit Greifvögeln und Eulen auf Federfühlung gehen. Neben zahlreichen Angeboten für die Kinder wartet die Einrichtung auch mit einer Schau unterschiedlicher Jagdhundrassen auf.

 
erschienen am 21.02.2012 ( Von Sara Thiel )
 
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