Unterschriftenliste erzeugt Unruhe
Vorstand der Volkssolidarität bat um einen Vertrauensbeweis
Hohenstein-Ernstthal. Mit einem ungewohnten Vorstoß hat der Kreisvorstand der Volkssolidarität unter seinen Mitarbeitern für Unruhe gesorgt. Per Unterschriftenliste sollten sie ein Bekenntnis zum derzeitigen Vorstand und dessen Geschäftsführer Thomas Kühn abgeben. Das Vorgehen ist nach Angaben eines Arbeitsrechtsexperten legitim, gleichwohl sorgte diese Liste für großes Unbehagen unter den Mitarbeitern, einige äußerten Angst um ihren Arbeitsplatz.
Die Signale aus den Einrichtungen der Volkssolidarität zum Umgang mit der Liste waren unterschiedlich. Dem Vernehmen nach hat ein Teil der Mitarbeiter die Liste unterschrieben, andere hatten das bereits vor Ende der Abgabefrist Ende vergangener Woche kategorisch ausgeschlossen. Wie viele Beschäftigte die von den jeweiligen Einrichtungsleitern herumgereichten Listen unterzeichnet haben, blieb bis Dienstagabend unklar. Vom Kreisvorstand unbeantwortet blieb die Frage, welche Konsequenzen die Vorstandsmitglieder und der Geschäftsführer ziehen wollen, wenn ihnen nur ein Teil der Mitarbeiter schriftlich das Vertrauen ausspricht. Zuvor hatte der Kreisvorstand in einem in der Geschäftsstelle ausgehängten Schreiben zu den Querelen Stellung bezogen. Darin wirft er Kritikern "Eigennutz" vor und sieht "verletzte Eitelkeiten" als Auslöser. Zahlreiche Mitglieder hatten zuvor Antworten zur Zukunft von Begegnungsstätten, Kindereinrichtungen und Bauvorhaben eingefordert.
Derweil wurde offenbar der Kreisvorstand wieder komplettiert. Für den vor vielen Monaten ausgeschiedenen Reinhold Oehlert wurde Günter Hendel aus der Ortsgruppe Grüna und Mittelbach in das Gremium nachgewählt. Weder die Kreisvorsitzende Thea Schneider noch Hendel selber wollten den Vorgang offiziell bestätigen, dementierten ihn aber auch nicht.
Schneider hat unterdessen Post von der amtierenden Ortsgruppenvorsitzenden Ingrid Bachert aus Waldenburg bekommen. In einem Brief fordern die Unterzeichner den Kreisvorstand und Geschäftsführer Kühn zum Rücktritt auf. Laut Bachert haben 227 von derzeit 260 Mitgliedern den Brief unterschrieben.

