Torsten Heine in Gedanken versunken. Am Samstag stand er das letzte Mal als aktiver Sportler auf dem Eis. 
Torsten Heine in Gedanken versunken. Am Samstag stand er das letzte Mal als aktiver Sportler auf dem Eis.

Foto: Mario Jahn

1200 Fans bereiten emotionalen Abschied unterm Hallendach

Ein Eishockey-Urgestein hat in Crimmitschau die Karriere beendet

Crimmitschau. Torsten Heine (32) hat sich nach seinem Abschiedsspiel im Sahnpark einige Tränen aus dem Gesicht wischen müssen. Die fast halbstündige Zeremonie ging an dem Stürmer nicht spurlos vorüber. Auf der Ehrenrunde stimmten die 1207 Zuschauer lautstark den Titel "Torsten Heine du bist der beste Mann - hol die Kelle raus" an.

Danach wurde sein Trikot unter das Hallendach gezogen. Die Rückennummer 43 darf in Crimmitschau fortan nicht mehr vergeben werden. Diese Ehre wurde zuvor nur Stefan Steinbock und Ralf Kösling zuteil. Die Fans entrollten ein Plakat mit der Aufschrift "Heine-Kurve". Zum Abschluss legte Heine auf dem Eis noch einen "Schneewalzer" hin. Der Publikumsliebling, der seit 1998 für den ETC und die Eispiraten gespielt hat, genoss die Atmosphäre. "Ich bin dankbar, dass ich das Gefühl eines solchen Spiels erleben durfte", sagte er übers Stadion-Mikrofon.

Im Abschiedsspiel über drei mal 12 Minuten setzte sich das aktuelle Eispiraten-Team 9:4 (2:1, 3:1, 4:2) gegen die Auswahl "Heine & Friends" durch. In der Schlussminute durfte sich Heine in die Torschützenliste eintragen. Nachdem Eispiraten-Keeper Sebastian Albrecht seinen Kasten verschoben und damit einen Penalty provoziert hatte, konnte Heine seinen letzten Treffer für die Westsachsen erzielen. Zuvor kam der Angreifer in 637 Pflichtspielen auf 151Vorlagen und 264 Vorlagen.

Bei der Partie wurden auch die Gewinner der Leseraktion der "Freien Presse" ausgezeichnet. Die Fans haben in den vergangenen Wochen ihre Erinnerungen an Heine-Auftritte an die Redaktion geschickt. Der erste Platz ging an Carsten Leonhardt aus Dresden. Dahinter folgten Sebastian Rößler (zwei Tickets für die Champions-Trophy) und René Böhme (Buch "Der Kampf um den Puck"). Heine selbst hatte alle Zuschriften gelesen. "Mir ist eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen."

In den Drittelpausen des Abschiedsspiels wurden die Trikots der Auswahl "Heine & Friends" versteigert. Gesamterlös: 1560 Euro. Das Heine-Trikot wechselte für 125 Euro den Besitzer. Unternehmer Markus Willenberg wird es in seinem Büro aufhängen. "Es war mir ein Bedürfnis, das letzte Trikot von Torsten Heine zu ersteigern", sagt der Malermeister. An sein persönliches Limit musste er nicht gehen. Willenberg: "Ich hätte 200 Euro ausgegeben."

 
erschienen am 21.08.2011 ( Von Holger Frenzel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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