Silo Der bisher voluminöseste Auftrag in der Geschichte der Firma Crimmitschauer Apparatebau ist am Mittwoch in zwei Teilen auf Schwerlasttransporter verladen und auf die Reise geschickt worden. Im Bild ist das erste, 18 Meter lange und 25 Tonnen schwere Teil des Konditionssilos zu sehen.

Foto: Thomas Michel

55-Tonnen-Koloss der Firma Apparatebau geht auf Reise nach Arabien

Konditionssilo ist am Mittwoch in zwei Teilen verladen worden

Crimmitschau. Die knapp 100 Beschäftigten der Firma Apparatebau in Crimmitschau haben derzeit gut zu tun. "Meistens sind unsere Aufträge nichts Aufregendes", sagte Geschäftsführer Manfred Hildebrand. Eine Ausnahme ist das für eine Kunststoffproduktionsanlage gebaute Konditionssilo. Der Koloss mit einem Gewicht von rund 55 Tonnen, etwas mehr als 36 Metern Länge und einem Durchmesser von 4,40 Meter wurde Mittwochmittag auf zwei Schwerlasttransporter einer Düsseldorfer Spedition verladen. Am Abend rollte die von der Polizei gesicherte Fahrzeugkolonne vom Hof.

Das erste Etappenziel des Silos ist der Elbehafen im sachsen-anhaltinischen Aken. Auf der Elbe gelangt der Apparat aus Crimmitschau nach Hamburg und von dort weiter auf einem Schiff in den Oman.

In dem Sultanat errichtet eine Berliner Firma die Kunststoffproduktionsanlage, für die der Koloss benötigt wird. "Die Berliner haben uns den Auftrag für den Konditionssilo zukommen lassen. Er bringt uns knapp eine halbe Million Euro ein", erklärte Hildebrand.

Nicht nur für den 58-jährigen Diplomingenieur war der Silo etwas Besonderes. "Wir haben schon Behälter mit einer Länge von mehr als 45 Metern oder fünf Metern Durchmesser hergestellt, die hatten aber entweder nur ein geringes Gewicht oder waren kurz. Einen Auftrag in solchen Dimensionen hatten wir bisher noch nicht", so der Geschäftsführer.

Beide Teile werden von 180 Schrauben zusammengehalten. Das hatten die Beschäftigten des Apparatebaus bereits am Montag in der Montagehalle getestet. Dort waren Mittwochmittag zum einen die Schwerlasttransporter und zum anderen der große Autokran einer Firma aus Langenhessen vorgefahren. Mit dem Kran wurden die Teile passgenau um 90 Grad gedreht. "Für uns ist das keine große Sache", meinte Kranfahrer Roland Storl.

"Mit der Verladung ist für uns die Arbeit praktisch erledigt", sagte Manfred Hildebrand, der solche Aufregung nicht unbedingt jeden Tag haben will. Für die Fahrtroute nach Aken und den weiteren Transport auf dem Seeweg sind die Crimmitschauer nicht mehr zuständig. "Uns interessiert aber in diesem Fall schon besonders, ob unser Produkt ohne Probleme am Bestimmungsort angekommen ist", betonte der Geschäftsführer. Denn in der Regel werden die im Apparatebau hergestellten Behälter mit normalen Lastkraftwagen transportiert.

 
erschienen am 22.02.2012 ( Von Thomas Michel )
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