Rita Meinels Eltern, Doris und Gerhard Döring, suchten am Donnerstagnachmittag vorsichtshalber schon mal nach Kerzen und Taschenlampe, nachdem der Strom abgeklemmt worden war.
Foto: Thomas Michel
Abgeklemmt: Stromsperre trifft die Falschen
Zwei Familien in Blankenhain unter Spannung - Energieversorger entschuldigt sich für Versehen
Blankenhain. Blankenhain. Eine Stromsperre hat am Donnerstagnachmittag für Aufregung bei den Familien Meinel und Döring in Blankenhain gesorgt. Zuerst staunte Randolf Meinel über den Monteur, der sich am Elektromast vorm Haus an der Straße Gutsteich zu schaffen machte, dann wunderte er sich über den plötzlichen Stromausfall und zuletzt ärgerte er sich, weil der Monteur wortlos verschwand und auch der Strom weg blieb. Am Ende entpuppte sich die Stromabschaltung als Verwechslung. Ein Nachbar war gemeint, der seine Rechnung nicht bezahlt hatte. Bis die peinliche Panne behoben war, vergingen fast drei Stunden. Immerhin entschuldigte sich der Stromversorger Envia M für das Versehen und will jeder Familie einen Gutschein spendieren.
Doch der Reihe nach: Als Randolf Meinel am Donnerstag von der Arbeit nach Hause kam, vermutete er, dass der Elektriker vorm Haus eine defekte Straßenlampe repariert. Gegen 16 Uhr bemerkte Meinel plötzlich, dass der Strom weg war. Der Monteur war da bereits verschwunden. Meinel klingelte bei den Nachbarn. Doch dort war alles im Lot. Jetzt dämmerte ihm langsam, dass der Monteur keine defekte Straßenlaterne repariert hatte.
Der Griff zum Telefon war ohne Strom vergeblich. Zum Glück gab es ein Mobiltelefon. Doch am Envia-Service-Telefon ernteten die Meinels wenig Verständnis. Immerhin erfuhren sie, dass angeblich der Anschluss eines Stromschuldners gekappt wurde. Dass sie dagegen ihre Rechnungen immer pünktlich bezahlt haben - das könne ja jeder behaupten, hieß es. Man werde das prüfen ...
Als der Strom gegen 17.30 Uhr immer noch abgeklemmt war, griffen Meinels erneut zum Mobiltelefon. Gegen 18 Uhr hieß es schließlich, ein Monteur sei unterwegs. Eine Stunde später stand ein Envia-Mitarbeiter vor der Tür. "Der Mann ist sehr nett gewesen und konnte nicht verstehen, wie eine solche Verwechslung passieren kann", sagte Randolf Meinels Frau Rita. Nach drei Stunden war der Strom wieder da. Unterm Strich: Aufregung, Mobilfunkkosten und eine Teichpumpe, die gelitten haben könnte.
Stefan Buscher, Sprecher von Envia M, räumte am Freitag die Verwechslung der Hausnummern ein. "Es war ein Versehen und hat die Falschen getroffen." Der Stromversorger entschuldigte sich bei den beiden Familien und will die unfreundliche Behandlung mit je einem 50-Euro-Gutschein vergessen machen. "Sollten durch den Stromausfall Schäden entstanden sein, müssen die schriftlich angezeigt werden, damit der Sachverhalt geprüft werden kann", riet Buscher.


