Marko Buschner (2. v. r.) hat am Samstag mit seinen Gesellen Jens Schmidt, Sven Wolfram und Marco Beyer (v. l.) den Dachstuhl für den Sahnbad-Pavillon zusammengezimmert. Fotos (3): 
Marko Buschner (2. v. r.) hat am Samstag mit seinen Gesellen Jens Schmidt, Sven Wolfram und Marco Beyer (v. l.) den Dachstuhl für den Sahnbad-Pavillon zusammengezimmert. Fotos (3):

Foto: Thomas Michel

Bürgerschaft fertigt Geschenke für die Stadt Crimmitschau

Zunft- und Handelsmarkt stand am Wochenende im Zeichen der Vorbereitungen für die 600-Jahr-Feier

Crimmitschau. Was muss, das muss. Die Besucher des Zunft- und Handelsmarktes in der Crimmitschauer Innenstadt haben am Samstagnachmittag ein spontanes Richtfest erlebt. Zimmerermeister Marko Buschner und seine drei Gesellen Jens Schmidt, Sven Wolfram und Marco Beyer hatten zuvor die Balken für den Dachstuhl eines neuen Pavillons zurechtgesägt, deren Oberflächen gehobelt und das Ganze zusammengesetzt. Freilich durfte auch ein kleiner Richtbaum nicht fehlen.

Sahnpark erhält Pavillion

Die Konstruktion wird später einen Holzpavillon im Sahnbad zieren. "Wir hatten vor Jahren zum Zunft- und Handelsmarkt schon einmal einen Pavillon für das Crimmitschauer Bad gebaut. Aufgrund der Sanierungsarbeiten ist der aber in Mannichswalde gelandet", begründete Marko Buschner den Grund seines zweiten Anlaufs, dessen Ziel sich aber noch einige Monate hinziehen wird. Denn der Pavillon mit einer Grundfläche von fünf mal fünf Metern soll im Sahnbad einen festen Standort bekommen. "Dafür muss ein Fundament geschachtet werden, was wir aber erst nach der Badesaison in Angriff nehmen können", sagte der Crimmitschauer Handwerker, der sich aufgrund seiner Auftragslage bisher nicht in jedem Jahr zum Zunft- und Handelsmarkt präsentieren konnte.


Knut Kirsche (links) und Holger Horn haben am Samstag mit ihren Firmen das Vorhaben Freilichtschachspiel begonnen.
Knut Kirsche (links) und Holger Horn haben am Samstag mit ihren Firmen das Vorhaben Freilichtschachspiel begonnen.

Foto: Thomas Michel

Schachspiel ziert künftig Markt

Ein ganz anderes Projekt begannen am Samstag die Handwerksfirmen von Knut Kirsche, Holger Horn und Roland Arlt. Sie wollen bis zur 600-jährigen Stadtrechtsfeier Crimmitschaus 2014 ein Freiluftschachspiel für den Markt schaffen. "Das ist eine Initiative von Handwerkern der Stadt für die Bürgerschaft, von denen es in den 20 Jahren Zunft- und Handelsmarkt schon sehr viele gegeben hat", sagte Knut Kirsche und zählte unter anderem die Weihnachtspyramide, die Spieldose sowie Bänke und Papierkörbe als Beispiele auf. "Das sind Dinge, die unter dem Strich einen Wert von mehreren 100.000 Euro haben", betonte der Drechsler. Die Idee zu dem Schachspiel, das vor dem Vereinshof seinen Platz finden wird, ist in einer Bierrunde entstanden. Recht schnell waren die verschiedenen Aufgaben verteilt, auch wenn bis zur Übergabe des überdimensionalen Brettes aus Stein noch zwei Jahre Zeit sind. "Mit dem Spiel wollen wir Handwerker einen Beitrag zur Aufwertung der Crimmitschauer Innenstadt leisten", sagte Knut Kirsche, der am Samstag auf seiner mitgebrachten Drechselbank die ersten der 32 Schachfiguren herstellte. Die Bauern, Türme, Springer, Läufer, Damen und Könige bestehen aus Fichten- und Kiefernholz.

Transportwagen in Arbeit

Nach dem Gewicht soll sich auch die Konstruktion des Transportwagens für die Schachfiguren richten. Entstehen wird der in der Schmiede von Roland Arlt. "Für den Wagen gibt es bis jetzt noch keine konkreten Planungen, lediglich einige Ideen", sagte der Schmiedemeister. Beispielsweise könnte das Gefährt zwei übereinanderliegende Ladeflächen mit beweglichen Bordwänden bekommen, auf denen die Figuren Platz finden. Am Stand des Steinmetzbetriebes von Holger Horn gab es dagegen am Samstag bereits die ersten Teile für das Schachfeld. Hier entstanden aus rotem Granit die Randfelder mit Buchstaben und Zahlen. "Wir haben noch zwei weitere Steinmetzbetriebe für dieses Projekt gewinnen können", freute sich Horn, für den die 64 Spielfelder von je 44 mal 44 Zentimetern aus hellem und dunklem Granit weniger problematisch sind. Trotzdem bleiben die Arbeiten für das Schachbrett eher Aufgaben für den Zunft- und Handelsmarkt im nächsten Jahr.

 
erschienen am 03.06.2012 ( Von Thomas Michel )
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