Crimmitschau: Zahlen aus Ehestatistik sorgen für Rätsel
Standesbeamter zweifelt Sinnhaftigkeit der Rathaus-Listen an
Crimmitschau. Die Hochzeits-Statistik von Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) sorgt in der Stadt an der Pleiße für Rätselraten. In einem Schreiben an die CDU-Stadtratsfraktion hat der Rathauschef die Zahl von 75 Eheschließungen im Jahr 2011 bewertet. "Die Anzahl der Eheschließungen erreichte im vergangenen Jahr den drittschlechtesten Wert seit dem Beurkundungsbeginn 1876", teilte Holm Günther mit.
Merkwürdig: Die Stadtverwaltung Crimmitschau kann die Statistik, auf die sich die Angaben von Günther stützen, nicht zur Verfügung stellen. "Der Wunsch nach der Statistik aus dem Standesamt - zurück bis 1876 - ist nur mit sehr viel Zeitaufwand erfüllbar", teilt Rathaussprecherin Uta Pleißner mit.
Der Standesbeamte Wolfgang Fengler geht sogar noch einen Schritt weiter. Fengler stellt die Aussagefähigkeit und die Sinnhaftigkeit der Statistik, mit der Günther argumentiert hat, infrage. "Eine tabellarische Übersicht könnte zu Irritationen führen. Deshalb sind Gegenüberstellungen der Eheschließungen nicht sinnvoll", sagt Fengler. Der Hauptgrund: Seit dem Beginn der standesamtlichen Beurkundungen 1876 bis 2011 gab es immer wieder Veränderungen im Hinblick auf die Größe des Standesamtsbezirks von Crimmitschau.
Zudem hatten verschiedene gesellschaftliche Epochen Auswirkung auf die Heiratslust. Fengler erinnert an die Kriege. Und er denkt an die DDR, wo verheiratete Paare bessere Chancen hatten, eine Wohnung zu bekommen. Auch aus solchen Gründen würde eine Übersicht zu den Eheschließungen in den vergangenen 135 Jahren kein aussagekräftiges Bild entstehen lassen.


21:14 Uhr
papanoa: Haben die keine anderen Sorgen?