Der Stadtrat Crimmitschau gab grünes Licht für den Kauf der Silberstraße 9/11. Die Stadt plant an dem Standort Silberstraße/Markt ein Einkaufszentrum.
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Crimmitschau strebt attraktive Handelsfläche an
Stadt mischt sich ins Immobiliengeschäft ein
Crimmitschau. Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Silberstraße 9/11 nimmt bei der Entwicklung der nördlichen Innenstadt eine Schlüsselrolle ein. Deshalb wird die Stadt die Immobilie für 132.500 Euro erwerben. Die benachbarte Brachfläche, wo einst das Haus Silberstraße 7 stand, befindet sich bereits im städtischen Besitz. Zudem soll das Haus Silberstraße 5 in das Projekt integriert werden.
"Wir können damit direkt Einfluss auf die weitere Stadtgestaltung nehmen", sagt Wirtschaftsförderin Andrea Beres dazu. Das Ansinnen der Stadt: Durch die Zusammenfassung der drei Grundstücke an der Silberstraße soll die Vorarbeit für einen Investor geleistet werden, der dann die Vermarktung übernimmt. Dazu haben Verhandlungen bereits begonnen. Im Erdgeschoss des künftigen Komplexes ist Platz für zwei Einkaufsflächen mit einer Größe von 277 Quadratmetern beziehungsweise 153 Quadratmetern. "Der bisher bestehende Gewerberaum entsprach nicht den Bedürfnissen", sagt Beres. Sie hatte sich deshalb von Handelsketten einige Absagen eingehandelt.
Der Stadtrat hat in der vergangenen Woche grünes Licht für den Kauf der Silberstraße 9/11 gegeben. 17 Räte stimmten dafür. Kritik gab es aus den Reihen der Christdemokraten. Ulrich Wolf und Reinhard Zill (beide CDU) votierten gegen den Kauf des Komplexes. Sie kritisierten die Informationspolitik der Stadt. "Es ist bedauerlich, dass es Studien zur Entwicklung der Silberstraße gibt und wir erst beim Kauf der Immobilie gefragt werden", sagte Wolf, der in diesem Jahr mit dem CDU-Stadtverband schon eine Diskussionsrunde zur Innenstadt organisiert hatte. Stadtrat André Raphael (Für Crimmitschau) konterte: "Wir müssen den ersten Schritt tun und dürfen nicht nur schwätzen."
Vertreter verschiedener Ratsfraktionen stärkten der Stadt bei diesem Projekt den Rücken. "Es ist ein mutiger Schritt. Trotz des Wagnis', das dahinter steckt, sollten wir diesen Weg gehen", sagt Claus Favreau (SPD). Lutz Gärtner (Linke) geht ebenfalls davon aus, dass die Stadt ihren Einfluss bei der Silberstraßen-Entwicklung geltend machen sollte: "Es ist eine feine Sache, der ich zustimme."
Die Gründe für die Eile bei der Beschlussfassung nannte Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau). Die Stadt hatte erfahren, dass der jetzige Eigentümer des Hauses Silberstraße 9/11 einen Verkauf plante. Der Kaufinteressent hatte den Eigentümer zu einem schnellen Vertragsabschluss gedrängt. Dieser war aber weder bereit noch in der Lage das von der Stadt angestrebte Gesamtkonzept zu realisieren, steht in der Beschlussvorlage, die der Oberbürgermeister unterschrieben hat.

