Die Rose von Familie Senns ist Bestandteil einer geplanten Skulptur.
Foto: Privat
Ehepaar schmiedet Rose in Gedenken an die Opfer des norwegischen Attentats
Am 22. Juli soll in in Oslo eine Skulptur aus Tausenden Rosen enthüllt werden
Neukirchen. Familie Senns hat zu Norwegen ein besonderes Verhältnis. Das Land im Norden zählt zu den beliebtesten Reisezielen des Ehepaars aus Mülsen. Kürzlich reiste es erneut nach Norwegen. Im Gepäck hatte es eine geschmiedete Rose. Das Ziel von Marion (56) und Andreas (52) Senns war die Werkstatt der Kunstschmiede Tone M. Karlsrud und Tobbe Malm in Bærums Verkum, einer Kleinstadt zirka 50 Kilometer nordwestlich von Oslo. Dort fertigen die beiden Handwerker derzeit eine zirka fünf Meter hohe Skulptur an, die an die Opfer des Attentats von Oslo erinnern soll. Das Kunstwerk in Form einer Erdkugel soll aus Tausenden von geschmiedeten Rosen bestehen. Die Blumen stammen von Menschen aus aller Welt, die damit ihre Solidarität mit Norwegen bekunden.
"Als wir vor knapp einem Jahr von dem Attentat erfuhren, bangten wir um unsere Freunde in Oslo. Wir hatten Angst, dass sie möglicherweise unter den Opfern sein könnten", sagt Marion Senns. Eine Befürchtung, die sich nicht bestätigte. Dennoch gingen der Mutter von drei Kindern die Bilder der auch nach der Rettung noch immer verängstigten Jugendlichen nicht aus dem Sinn. Was die 56-Jährige die Stunden danach beeindruckte: "Es entstand keine Hysterie, wie vom Täter erwartet. Die Norweger rückten mehr denn je zusammen."
Irgendwie wollte das Ehepaar helfen, sein Mitgefühl zeigen. Doch wie, das war den Senns nicht sofort klar. "Dann lasen wir in der ,Freien Presse' einen Artikel über Werner Ludwig aus Neukirchen, der eine Rose für eine geplante Skulptur schmiedete. Die Idee fanden wir toll", sagt Marion Senns. Das Ehepaar nahm Kontakt zu dem Kunstschmied auf. Der sagte sofort seine Unterstützung zu. Wenige Tage später waren die Senns in der Werkstatt zu Gast. Unter der fachlichen Anleitung und Hilfestellung des Profis fertigten die Laien ihre ganz persönliche Rose. "Drei Stunden haben wir dafür benötigt und waren am Ende mächtig stolz auf unser gemeinsames Werk", sagt Marion Senns.
Die Blume sollte nicht in einem Paket verpackt auf die Reise gehen. "Wir wollten die Rose persönlich überreichen." Das Ehepaar begann im Internet zu recherchieren, setzte sich dann per Mail mit den norwegischen Künstlern in Verbindung. "Sie freuten sich über den Plan und luden uns in ihre Werkstatt ein", sagt Marion Senns. Dort konnten die Gäste auch das Modell des Kunstwerkes und zahlreiche andere Rosen bestaunen. Unter denen befanden sich auch je eine Blume ihres Lehrmeisters Werner Ludwig und dessen Frau Christine sowie von fünf weiteren Handwerkern aus der Region.
Den Kontakt zu Tone Karlsrud hält Familie Senns noch immer aufrecht. "Vor ein paar Tagen schrieb er, dass in Oslo noch kein Platz für die Skulptur gefunden wurde. Das stimmt uns traurig."

