Kugelstoß-Weltmeister David Storl ehrte die besten Sportler.
Foto: Thomas Michel
Ein Weltmeister lernt das Gratulieren
Etwa 500 Gäste beim Neujahrsempfang
Crimmitschau. Kugelstoß-Weltmeister David Storl hat als Ehrengast beim Neujahrsempfang am Mittwochabend viel gute Laune verbreitet. Der 21-Jährige schlüpfte auf der Bühne in eine ungewohnte Rolle. Normalerweise nimmt der gebürtige Rochlitzer Auszeichnungen in Empfang. Diesmal übergab er die Pokale an die besten Sportler der Stadt. "War schon etwas ungewohnt, ich wusste erst gar nicht, was ich sagen sollte", so Storl, der sich nach getaner Arbeit im Foyer mit Wiener Würstchen und einem Radler stärkte. Wie es gelungen ist, den Weltklasseathleten nach Crimmitschau zu locken? Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) kennt Storl-Managerin Kerstin Pohlers. Sie und Holm Günthers Lebensgefährtin Steffi Kersten, die früher selbst Leistungssportlerin war und jetzt als Schulleiterin in Schmölln arbeitet, sind befreundet. Steffi Kersten hat sich erstmals bei einem Neujahrsempfang an der Seite von Holm Günther gezeigt.
Etwa 500 geladene Gäste verfolgten die kurzweilige und gelungene Veranstaltung im Theater. Holm Günther nutzte seine Neujahrsansprache auch für einen Rückblick. Er nannte 2011 ein "Jahr mit unbequeme Entscheidungen". Dabei ging der Stadtchef auch noch einmal auf seinen Alleingang bei der Bewerbung Crimmitschaus als Standort für den Bau einer Justizvollzugsanstalt ein. "Dass ich die Bewerbung im Alleingang vorangetrieben habe, war ein Fehler. Bei einer Entscheidung, die Bürger so stark tangiert, muss der Stadtrat frühzeitig mit einbezogen werden. Das werde ich künftig stärker berücksichtigen", zeigte sich Holm Günther reumütig. Er wolle als "Ansprechpartner für Anregungen, Hinweise und Kritiken" zur Verfügung stehen, plädierte zugleich aber für sachliche und konstruktive Diskussionen. In seinem Rückblick durften die Austragung der U-18-Eishockey-Weltmeisterschaften vor 33.500 Besuchern in Crimmitschau und die Aufzählung der Investitionen mit einem Wertumfang von insgesamt rund 7 Millionen Euro nicht fehlen. Das Stadtoberhaupt richtete den Blick freilich auch in die Zukunft. In diesem Jahr soll ein Verkehrskonzept erstellt werden. Als Schwerpunktaufgabe bezeichnete er die Verhandlungen für den Bau einer neuen Autobahnanschlussstelle in Waldsachsen und die Erschließung eines neuen Gewerbegebietes gemeinsam mit der Stadt Meerane. Zudem trommelte Günther für mehr persönliches Engagement des Einzelnen für gemeinschafliche Aufgaben - etwa für das 600-jährige Stadtjubiläum 2014.
Die Rededauer, die mit einer Viertelstunde bemessen war, hat der OB knapp überzogen. Seine Neujahrsansprache dauerte 22 Minuten. "Das lag vielleicht am Applaus, der nicht eingeplant war", sagte Rathaussprecher Jens Ewert augenzwinkernd.


