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Wilfried Kißhauer - Feuerwehrchef

Foto: Thomas Michel

Feuerwehrchef zieht einen Schlussstrich

In Langenreinsdorf rumort es. Die Debatte um ein neues Domizil für die Brandschützer hat zu einem Rücktritt geführt.

Von Holger Frenzel
erschienen am 21.04.2017

Langenreinsdorf. Wilfried Kißhauer hat das Handtuch geworfen. Der 57-Jährige ist als Ortswehrleiter von Langenreinsdorf zurückgetreten. Er verlässt nach mehr als vier Jahrzehnten die Feuerwehr. Zudem beendet Kißhauer seine ehrenamtliche Tätigkeit im Dorf- und im Faschingsclub. Damit reagiert er auf die angeschobene Debatte zur Suche nach einem neuen Standort für die Brandschützer. Sie sollen in den ehemaligen Gasthof "Weißer Schwan" ziehen. "Das ist alles nichts Halbes und nichts Ganzes", sagte Kißhauer gestern gegenüber "Freie Presse". Kißhauer macht schon seit rund zehn Jahren auf die Notwendigkeit eines neuen Gerätehauses in Langenreinsdorf aufmerksam. Im Februar und März fanden dazu mehrere Beratungen statt. Kißhauer: "Das ging alles viel zu schnell. Mich stört vor allem das Tempo."

Am Mittwochabend waren rund 30 Einwohner zu einem Bürgerforum mit Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) gekommen. Wilfried Kißhauer hat nicht an der Sitzung teilgenommen. Trotzdem war der langjährige Chef der Ortsfeuerwehr, der von vielen nur "Willy" genannt wird, allgegenwärtig. Seine Entscheidung, die ehrenamtliche Tätigkeit zu beenden - das Thema wurde erstmals öffentlich angesprochen -, wurde von vielen Bürgern bedauert. "Sein großer Traum war ein neues Feuerwehrgerätehaus. Die Enttäuschung war bei ihm sehr groß. Er hätte normalerweise einen anderen Abgang verdient gehabt", sagte Ortsvorsteher Lutz Baumgärtel (FDP). Karin Schnupp, Fachbereichsleiterin für Öffentliche Ordnung und Sicherheit in Crimmitschau, ergänzte: "Die Entscheidung hat uns genauso getroffen und tut mir persönlich sehr leid."

Die Debatte zu den geplanten Investitionen in ein Domizil für die Ortsfeuerwehr erhitzt die Gemüter. Am 13. Februar fand auf Einladung von Holm Günther eine erste Beratung statt. Daran nahmen neben Ortschaftsrat und Feuerwehr auch Vertreter von Dorfclub und Faschingsverein teil. Die beiden Letztgenannten nutzen bereits einige Räume im Komplex des ehemaligen Gasthofs "Weißer Schwan". Die Verantwortlichen der Stadt mussten die vorgelegten Pläne schnell korrigieren. Der Grund: In das alte Gebäude lässt sich aus statischen Gründen kein Stellplatz für ein Fahrzeug der Ortsfeuerwehr integrieren. Deshalb wurde umgeplant. Die aktuelle Variante: Schulungsraum, Raum der Jugendfeuerwehr und Büro können im ehemaligen Gasthof untergebracht werden. Auf die Wiese zwischen Sportplatz und Gasthof kommt ein Neubau der Fahrzeughalle - mit Sanitär- und Umkleideräumen. Der Finanzbedarf wird aktuell auf rund eine halbe Million Euro beziffert. Die Ergebnisse eines Bodengutachtens sollen bis Ende Mai vorliegen. Dann steht fest, ob sich die Wiese überhaupt eignet. Für die Ortsfeuerwehr ist nach dem Kißhauer-Rücktritt nun Armin Thümmler als kommissarischer Leiter verantwortlich. Der 51-Jährige meldete sich zum Bürgerforum zu Wort. "Die Geschwindigkeit, mit der das Thema angegangen wurde, war nicht gut."

Dorfclub und Faschingsverein organisieren viele Veranstaltungen. Kann in einem Notfall das Einsatzfahrzeug überhaupt aus dem neuen Depot rollen? Thümmler: "Wir wollen Aktionen des Dorfclubs nicht gefährden, können unser Fahrzeug aber auch nicht immer woanders abstellen." Der CDU-Stadtverband veröffentlichte bereits vor dem Bürgerforum eine Mitteilung. "Wir halten den offenkundigen Aktionismus des Oberbürgermeisters für völlig fehl am Platze", sagte Fraktionschef Stephan Theuring. Er kritisierte, dass es trotz fehlenden Stadtratsbeschlusses schon Baugrunduntersuchungen gibt. Theuring: "Wir machen uns Sorgen um ein gutes Mit- einander in der Ortschaft, erste personelle Reaktionen hat es aus Verärgerung bereits gegeben."

 
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