Gefängnis-Plan sorgt für Ärger

Alleingang von Oberbürgermeister Holm Günther erregt die Gemüter

Crimmitschau. Ein Gefängnis sollte nach den Vorstellungen von Holm Günther an der Staatsstra- ße 61, in der Nähe des alten Gasthofes "Feldschlösschen", entstehen. Für die Justizvollzugsanstalt (JVA) wird eine Fläche von 25 Hektar benötigt. Die dafür notwendigen Grundstücke befinden sich auf sächsischer und thüringischer Flur. Im Riesen-Knast sollen bis zu 940 Gefangene aus Sachsen und Thüringen ihre Haftstrafen absitzen.

"Ich habe die Entscheidung zur Bewerbung als Oberbürgermeister getroffen, weil ich mir davon wirtschaftliche Impulse für die Stadt versprochen habe", sagt Holm Günther, der auf Zuzüge von JVA-Beschäftigten, neue Arbeitsplätze und Dienstleistungsaufträge für regionale Firmen gehofft hat.

Ein halbes Jahr lang hat Günther das Projekt im stillen Kämmerlein vorangetrieben. Selbst Dieter Steiniger (FDP), der bis zum Sommer stellvertretender Oberbürgermeister war, wusste nichts davon. "Ich habe im September erstmals von diesen Plänen gehört", sagt Steiniger. Gegenwind bekommt Holm Günther auch aus den eigenen Reihen. André Raphael, Fraktionsvorsitzender von Für Crimmitschau, ist wütend: "Eine Justizvollzugsanstalt darf nicht das Standortmerkmal für unsere Stadt werden. Ich bin empört, dass der Oberbürgermeister die Fraktionsvorsitzenden erst so spät von der Bewerbung informiert hat", sagt Raphael auf Anfrage. Das brisante Thema soll am Montag während einer Fraktionssitzung ausgewertet werden.

Bei anderen Ratsmitgliedern sorgt Günthers Taktik ebenfalls für Kopfschütteln. "Ich bin stinksauer über den hinterhältigen Alleingang", kommentiert CDU-Fraktionschef Stephan Theuring die Sache. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Spiegelberg sagt: "Es ist bedenklich, dass vor so einer Bewerbung nicht die inhaltliche Meinung der Abgeordneten eingeholt wird." "Der OB hätte über seine Absichten den Stadtrat informieren müssen", sagt Claus Favreau von der SPD. Am 8. September hatte Holm Günther den Fraktionschefs die Pläne erstmals auf den Tisch gelegt. Die pfiffen ihn bei dieser Beratung zurück. Einen Tag später wurde die Bewerbung zurückgezogen.

"Ich kann die Bedenken nachvollziehen und respektiere das Votum. Durch den Neubau wäre die Landschaft entlang der Staatsstraße stark in Mitleidenschaft gezogen worden", sagt Günther. Seine Geheimniskrämerei um die Bewerbung verteidigt er aber. "Für eine öffentliche Diskussion waren zu viele Detailfragen ungeklärt. Eine Einbeziehung der Öffentlichkeit hätte zu unnötiger Verunsicherung geführt", sagt er. Andere Städte gehen mit dem Thema viel offener um. Plauen, Zwickau, Altenburg, Gera, Hohenleuben und Seelingstädt haben am JVA-Bau Interesse signalisiert.

 
erschienen am 22.09.2011 ( Von Holger Frenzel )
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Werdau
Fr

20 °C
Sa

20 °C
So

21 °C
Mo

22 °C
Di

22 °C

 
 
Aktuelle Online Beilagen

BEI UNS KÖNNEN SIE NUR GEWINNEN.

Unsere aktuellen Angebote - auf einen Klick...

 
Freie Presse vor Ort

08412 Werdau
Markt 32
Telefon: 03761 1896-16511


Öffnungszeiten:
Mo. bis Do. 9.00 - 17.30 Uhr, Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Werdau und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Werdau

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Chemnitz und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Chemnitz

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 
Unsere Partner
vms
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Der Partner für Ihren Kredit - Maxxkredit