Hermann Herold war auch dieses Jahr zum Oldtimertreffen mit seinem T-Shirt "Hermann hilft" rund um die Uhr im Einsatz.  
Hermann Herold war auch dieses Jahr zum Oldtimertreffen mit seinem T-Shirt "Hermann hilft" rund um die Uhr im Einsatz.

Foto: Thomas Michel

"Hermann hilft" in allen Lebenslagen

Ifa-Oldtimertreffen trieb den Werdauer zeitiger als sonst aus den Federn

Werdau. Werdau. Urlaub machen, wenn sich in Werdau Hunderte alte Nutzfahrzeuge zum größten Treffen dieser Art in Mitteldeutschland versammeln? Für Hermann Herold undenkbar! "Wir planen unsere Reisen immer nach dieser Großveranstaltung", sagt der 72-Jährige, der sich dabei der Unterstützung seiner Frau Helge sicher sein kann. Und der Werdauer war auch an den vergangenen Tagen mehr als zwölf Stunden auf dem Gelände der Westtrasse unterwegs. Als "Mädchen für alles" in einem eingespielten Team von Helfern, wie er betont. "Ich bin doch nur ein Rädchen im Getriebe."

Die Aufschrift auf dem weißen T-Shirt "Hermann hilft!" ist bei dem ehemaligen Büroleiter des Generaldirektors des Kfz-Werkes "Ernst Grube" Programm. Hermann Herold kennt das Gelände aus dem Effeff und ist Parkwächter, Platzanweiser, Auskunftsbüro, Fremdenführer in einem. Bewaffnet mit einer ausziehbaren Antenne, an der weiß-blaue Bänder mit Kfz-Werk-Logo wehen, führte er Samstag die "Offiziellen" übers Festgelände. Schon ab Donnerstag informierte sich der Kraftfahrzeugschlosser, welche Fahrzeug-Raritäten zum Treffen angerollt sind. "Die stelle ich den Gästen vor." Dabei spricht Hermann Herold auch mit den Besitzern der Autos, um bestens auf die Führung vorbereitet zu sein.

Seine Frau Helge, mit der er 26 Jahre verheiratet ist, unterstützt ihren Hermann, wo sie nur kann. Neben dem Verpflegungspaket kümmert sich die 69-Jährige unter anderem darum, dass sein weißes Erkennungs-T-Shirt blitzsauber ist. "Das kriege ich langsam gar nicht mehr richtig sauber", sagt sie schmunzelnd. Bekommen hat Hermann Herold es allerdings nicht von einem dankbaren Teilnehmer des Oldtimertreffens. "Meine Familie schenkte es mir zum Geburtstag. Das ist mindestens zehn Jahre her." Damals brauchte die Verwandtschaft immer mal wieder die Hilfe des Rentners. Da war der Hasenstall verschlossen und wollte nicht aufgehen. Das Auto sprang nicht an, der Schlüssel steckte von innen an der Wohnungstür. Hermann half immer. Und als 1998 die ersten 78 Aussteller mit ihren Oldtimern zum Treffen nach Werdau rollten, trug der kleine Mann mit den weißen Haaren das Shirt als eine Art Talisman. Glück gebracht hat es. Am Wochenende waren mehr als 500 Fahrzeug-Fans in Werdau versammelt. Und Hermann hilft immer noch.

 

Neue holen sich Titel

Premierensieger Für Lutz Jokisch und Olaf Weise aus Cottbus sowie Peter Braulich aus Gösna war das Treffen das erste überhaupt. In den vergangenen Jahren schraubten die drei Männer an ihren betagten Lastern, die sie erstmals der Öffentlichkeit vorstellten. Der H 6 aus Cottbus beziehungsweise der S 4000-1 wurden auf Anhieb in ihren Kategorien als beste Exponate ausgezeichnet.

Feuerwehr-Oldtimer Die Fahrzeuge der Floriansjünger spielten auch in diesem Jahr eine große Rolle. Ein Skoda-Tanklöschfahrzeug von 1962 wurde als Teilnehmer mit dem weitesten Anreiseweg ausgezeichnet. Allerdings gehört der Skoda trotz seines tschechischen Kennzeichens einem Sammler aus Plauen. Der Vogtländer hatte sich das Fahrzeug, das unter anderem auf dem Flughafen Prag seinen Dienst tat, zu Beginn dieses Jahres geholt.

Fotosammlung Gerhard Bochmann aus dem erzgebirgischen Zschorlau hat dem Stadt- und Dampfmaschinenmuseum eine kleine Fotosammlung über den H 6-Kipper übergeben. Der heute 86-Jährige war bei der damaligen SDAG Wismut über 20 Jahre mit diesem Gefährt unterwegs gewesen, wobei er sich noch an einen Einsatz mit Atemschutzmaske nach einer Braunkohlenexplosion erinnern kann.

Rollende Werbung Die Ifa-Freunde aus dem brandenburgischen Jessen gehören seit Jahren zu den Stammgästen. In diesem Jahr haben sie sich weniger auf Lastkraftwagen konzentriert, dafür hatten die Brandenburger eine ganze Armada von Zweirädern aus der einstigen DDR-Produktion mitgebracht. Damit wollten sie Werbung für ihr im August stattfindendes zweites Treffen von Ostmobilen machen. (tmp)

 
erschienen am 08.05.2011 ( Von Annegret Riedel )
 
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