Jens Eberlein (rechts) hat zusammen mit Hubert Dietze (links) und Peter Lorz im Museum eine Sonderausstellung zum Werdauer Holzspielzeug gestaltet. Lorz brachte eine Planierraupe mit.
Foto: Thomas Michel
Holzspielzeug umgibt Kaffeeduft
Neue Ausstellung im Werdauer Museum eröffnet
Werdau. Gabriele (52) und Peter (58) Lorz gehörten zur Eröffnung der ersten Sonderausstellung in diesem Jahr im Werdauer Museum zu den Gästen mit der weitesten Anreise. Knapp 200 Kilometer muste das Paar zwischen seinem Wohnort Leinburg, einer 6400 Einwohner zählenden Gemeinde im Kreis Nürnberger Land, und Werdau zurücklegen. Die Familie kam nicht mit leeren Händen. Sie brachten eine Spielzeug-Planierraupe aus Holz mit. Das Stück mit Seltenheitswert erhielt erst nach der Vernissage einen Platz in einer der Vitrinen im Erdgeschoss des Museums. In der Schau dreht sich alles um Holzspielzeug der Werdauer Firma Eberlein. Dazu gehört auch die kleine Planierraupe. "Davon gibt es vermutlich nur noch zwei Stück", sagt Jens Eberlein. Er übernahm im Juli 2011 die Leitung der Firma, deren Geschichte bis in das Jahr 1958 zurückreicht, von Vater Siegfried. Für ihn und Sohn Jens waren die Gäste aus Franken keine Unbekannten. "Wir pflegen seit Längeren gute Kontakte zur Familie Eberlein", sagt Peter Lorz.
Auf das Holzspielzeug aus Werdau ist der Franke eher durch Zufall gestoßen. "Wir hatten 1990 beruflich in Sachsen zu tun und haben durch Zufall auf einem Flohmarkt die Holzautos entdeckt und daran sofort Gefallen gefunden", sagt der 58-Jährige. Inzwischen umfasst seine Sammlung rund 100 verschiedene Fahrzeuge aus der Werdauer Produktion. "Ich habe in der Ausstellung Modelle entdeckt, die ich bisher noch nicht kannte", sagt der Franke.
Einige der zur Schau gehörenden Exponate stammten von HubertDietzeaus Rammenau im Landkreis Bautzen. Er ist neben der Familie Eberlein der Dritte im Bunde, der mit seinen Sammlerstücken die Ausstellung komplettiert. Die breite Fahrzeugpalette, die vom Bagger, Kran bis hin zum Laster reicht, macht für Museumschef Hans-Jürgen Beier den Reiz der Schau aus. "Sie spiegelt ein Stück Werdauer Industriegeschichte wider. Für einen Großteil der Holzautos standen die Fahrzeuge, die einst im Kfz-Werk hergestellt wurden, Pate", sagt Beier. Noch immer trägt das W für Werdau auf der Front der Spielzeugfahrzeuge den Namen der Stadt in die Welt hinaus. Rund zehn Prozent der Produktion der Firma Eberlein gehen in den Export, so in die USA, in die Schweiz und nach Österreich.
Einem ganz anderen Thema widmet sich das Museum mit einer weiteren Ausstellung, die im ersten Stock der Werdauer Museums zu sehen ist. Dort werden 60 Kaffeemühlen aus mehreren Jahrzehnten gezeigt. Sie stammen aus der Sammlung von Bernd Vogt aus Zwickau. Der 60-Jährige, der vor zwölf Jahren aus familiären Gründen von Leipzig nach Zwickau zog, entdeckte erst 2004 sein Interesse an Kaffeemühlen. Seitdem hat er über 400 Exemplare zusammengetragen. Wurden die Sammlerstücke anfangs in der Wohnung aufbewahrt, so reichte dort der Platz nicht mehr aus. Der Ausweichplatz, eine Garage, erwies sich als ungeeignet. "Die vorherrschende Feuchtigkeit hinterließ an dem Holz und Metall ihre Spuren", sagt Vogt. Vor einem Jahr mietete der Zwickauer in Werdau einen Raum an und deponiert dort seine Sammlung. "Ich habe danach dem Museum meine Sammlung für eine Schau angeboten", sagte Vogt während der Eröffnung der Ausstellung. Der Kaffee, der anschließend den Gästen zu Kuchen angeboten wurde, war bereits gemahlen und vakuumverpackt. "Den Unterschied zu frischen Bohnen schmeckt man", sagte der Experte.


