Langenbernsdorf verschiebt Anbau an Grundschule für Hortbetreuung

Mädchen und Jungen im evangelischen Schulhort müssen mindestens ein Jahr mit Übergangslösung leben

Langenbernsdorf. Der Anbau an die Grundschule in Langenbernsdorf, in dem ab Herbst 2013 die Hortkinder betreut werden sollten, wird später gebaut als geplant. Damit verzögert sich eines der wichtigsten Vorhaben, das sich die Gemeinde für dieses Jahr vorgenommen hat. Der Grund: Ein Fördermittelantrag wurde abgelehnt. "Der Topf war leer", sagte Bürgermeister Frank Rose (parteilos). Die Nachricht überbrachte das Gemeindeoberhaupt den Räten auf deren jüngster Sitzung.

Für die Kommune ein herber Rückschlag. Hatte diese doch nach monatelanger Diskussion im Mai den Weg für das Projekt geebnet und fest mit einer Zusage der Fördergelder gerechnet. "Die Absage trifft uns hart", sagte das Gemeindeoberhaupt. Die Hortkinder müssen nun mit Beginn des neuen Schuljahres mit einer Übergangslösung leben. "Wir werden einen Teil der Räume in der Schule doppelt nutzen", sagte Rose.

Nachfrage übersteigt Kapazität

Gedacht war der Anbau, um der gestiegenen Nachfrage nach Hortplätzen gerecht zu werden. Bisher werden 70 Kinder, die die Einrichtung besuchen, mit in der Schule betreut. Träger des Hortes ist der evangelische Schulverein. Eltern sind mit den Angeboten zufrieden. Für das neue Schuljahr haben mehr Eltern als bisher Interesse an einem Hortplatz bekundet, s0dass die Zahl auf 100 Kinder anwachsen wird. Dafür reicht der vorhandene Platz nicht aus. Seit Herbst vergangenen Jahres wurden mehrere Varianten diskutiert, wie die Gemeinde der Nachfrage gerecht werden kann. Dabei waren auch Vorschläge der Eltern sowie des Trägervereins gefragt. Letztendlich einigte sich der Rat auf die Erweiterung des bestehenden Schulgebäudes und gab ein Projekt in Auftrag. Das Ergebnis: ein 14 Meter langer Anbau an der Giebelseite, der im rechten Winkel zu dem bestehenden Haus errichtet werden sollte. Pro Etage waren zirka 80 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen. Das alte und neue Gebäude sollte durch einen Glasbau miteinander verbunden werden, der auch als Eingang diente. Damit sollte zugleich ein zweiter Fluchtweg geschaffen und die bestehenden Brandschutzmängel beseitigt werden. 655.000 Euro sollte die Umsetzung des Vorhabens kosten. An Bauzeit waren zwei Jahre veranschlagt. Davon sollten 75 Prozent über Fördergelder fließen. Den Eigenanteil hatte die Kommune im Haushalt für dieses Jahr eingeplant.

Problemlösung hat Priorität

"Die Lösung des Problems hat im Gemeinderat höchste Priorität. Wir müssen überlegen, ob wir das Vorhaben möglicherweise aus eigener Kraft stemmen können und dafür eventuell auf andere Vorhaben verzichten", sagte Rose.

 
erschienen am 16.07.2012 ( Von Uwe Mühlhausen )
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