Leben im Dorf soll attraktiv bleiben

Hortkinder gestalten Fraureuther Kommunalgespräch

Fraureuth. Wie groß das Interesse der Fraureuther am örtlichen Geschehen in ihrer Gemeinde ist, zeigte sich am Freitagabend in der Erich-Glowatzky-Halle. Rund 250 Gäste, die auf Einladung von Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU) zum diesjährigen Kommunalgespräch gekommen waren, ließen sich zunächst von Mädchen und Jungen des Hortes auf den Abend einstimmen. Die Jüngsten blickten über die Grenzen der Gemeinde hinaus und nahmen die Gäste mit auf eine symbolische Weltreise.

"Ich freue mich ehrlich über diesen großen Zuspruch. Für unsere Einwohner ist das keineswegs eine Pflichtveranstaltung, sondern vielmehr eine willkommene Gelegenheit sich über das Leben in Fraureuth zu informieren und gleichzeitig in einer ungezwungen Atmosphäre mit anderen Bürgern aus dem Ort ins Gespräch zu kommen", sagte der Rathauschef.

Genauso sah es sein Amtsvorgänger Reiner Möckel, der 16 Jahre die Geschicke der Gemeinde gelenkt hatte. "Eine ähnliche Veranstaltung im gleichen Rahmen gab es bereits zu meiner Zeit. Wir nannten es damals Neujahrsgespräch. Letztendlich kommt es aber nicht auf den Namen, sondern den Inhalt an - und der stimmt bei uns", sagte er.

Damit dürfte er Amtsinhaber Matthias Topitsch aus dem Herzen gesprochen haben. Der nutzte am Freitagabend dann auch die Gelegenheit, um den Anwesenden in kompakter Form einiges mehr an Fakten rüberzubringen, als es innerhalb einer Ratssitzung zumeist möglich ist. Seine Ausführungen waren zweigeteilt. Auf der einen Seite die Erfolgsbilanz der zurückliegenden Monate. "Fraureuth hat sich 2011 gut entwickelt und die Voraussetzungen für künftiges Handeln geschaffen. Unter anderem konnten wir unser Gemeindeamt fertig stellen und rund 480.000 Euro in die Sanierung am Kindergarten 'Regenbogen' investieren." Lob zollte er auch den vielen privaten Initiativen der Haus- und Grundstückseigentümer, die damit zur Verschönerung des Ortsbildes beigetragen hätten. Trotz der positiven Entwicklung in der Gemeinde verschloss Topitsch nicht die Augen vor den sich abzeichnenden Problemen. "Unser Grundproblem, die Unterfinanzierung, ist nach wie vor nicht gelöst. Die Ausgaben steigen, während die Einnahmen schwanken."

Viel Kopfzerbrechen bereite dem Rathauschef dabei, dass die Schlüsselzuweisungen für die Gemeinde drastisch weggebrochen sind, was die Finanzdecke 2012 in ganz empfindlicher Weise schwächt. Rund 1,1 Millionen Euro weniger stehen dem Ort damit in den kommenden Monaten zur Verfügung. Das Fazit des Bürgermeisters: "Fraureuth kann 2012 keine großen Sprünge machen. Trotzdem haben wir uns einiges vorgenommen, um die Lebensqualität unserer Einwohner weiter zu verbessern."

 
erschienen am 29.01.2012 ( Von Andreas Wohland )
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