Moslems suchen Ort für ihr Gebet
Moschee in Werdau: Auch leere Räume kann man nutzen
Werdau. Werdau. Ein Ort für das Gebet, eine Moschee, das wünschen sich viele der Moslems, die in Werdau seit Jahren zuhause sind. Einer von ihnen ist Mustafa Benai. Der heute 42-Jährige kam vor 18 Jahren aus Algerien in die Pleißestadt. Er ist mit einer deutschen Frau glücklich und betreibt seit vielen Jahren einen Gemüsehandel in der August-Bebel-Straße. Nur einen Ort, an dem er seine Religion ausüben kann, hat der Gewerbetreibende nicht.
"In Werdau gibt es viele Gotteshäuser verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen. Aber eine Moschee fehlt", meint Mustafa Benai. Seine Glaubensbrüder fahren vor allem zum Freitagsgebet ins vogtländische Plauen, um sich in Richtung der Geburtsstadt des Propheten und Religionsstifters Mohammed zu verneigen. Dort gibt es seit Januar dieses Jahres eine Moschee, die in einer ehemaligen Gaststätte eingerichtet wurde.
"Es muss auch hier kein Neubau sein. Uns würde es reichen, wenn wir leer stehende Räumlichkeiten in zentraler Lage nutzen könnten", sagt der Algerierer, der die Zahl seiner hiesigen Glaubensbrüder aus Indien, Afghanistan, dem arabischen Raum, auf rund 50 schätzt. Genauere Angaben kann auch die Ausländerbehörde des Landratsamtes aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht machen.
In der Stadt Werdau hat man keine Vorbehalte gegenüber den Moschee-Plänen, sagte der Pressesprecher im Rathaus, André Kleber. "Wenn die Sache konkreter wird, können wir überlegen, wie wir uns einbringen." Grundsätzlich nichts gegen einen Bau hat auch der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, Christian Richter. Aber ob das seit Langem zum Verkauf stehende Lutherhaus in der Uferstraße geeignet sei, könne er nicht ohne weiteres beantworten. Darüber müsste sowieso der Kirchenvorstand beraten.


