Siegfried Kaufmanns Idee: Im Zuge des Baus der Westtrasse die Seelingstädter Straße um 100 Meter verlegen und durch die Brücke auf die Crimmitschauer Straße (im Hintergrund) anbinden. Damit würde die alte Unterführung hinfällig und für die Trasse eine kleinere Brücke benötigt.
Foto: Thomas Michel
Rentner kritisiert Weiterbau der Westtrasse auf Langenhessener Flur
Knackpunkt ist die viel zu enge Straßenunterführung
Langenhessen. Siegfried Kaufmann ist einer, der trotz seines fortgeschrittenen Alters von 81 Jahren noch immer auf der Suche nach Ideen ist, wie man etwas besser machen kann. Dabei will er kein Besserwisser sein, sondern jemand, der mitdenkt. "Das habe ich in meinem Berufsleben so gelernt", sagt der ehemalige Wismut-Mann.
Seit ein paar Wochen beschäftigt den Trünziger ein Problem: das Bauvorhaben Westtrasse auf Langenhessener Flur. "Als ich in der Zeitung las, dass die Unterführung an der Seelingstädter Straße erhalten bleiben soll und sich künftig der von der Westtrasse kommende Verkehr durch das Nadelöhr zwingen wird, dachte ich mir, für das Problem muss es doch eine Lösung geben." Seine Idee: Statt die 1845 gebaute enge Unterführung weiter zu nutzen, könnte man die geplante Abfahrt von der Westtrasse um etwa 100 Meter in Richtung Koberbachtalsperre verschieben.
Der Vorschlag von Siegfried Kaufmann.Foto: Tilo Steiner
"In diesem Bereich stehen die Pfeiler der vorhandenen Eisenbahnbrücke wesentlich weiter auseinander, sodass diese als Durchfahrt genutzt werden könnten", sagt der Senior. Dazu müsste man allerdings die Seelingstädter Straße um einige Meter verlegen und diese mit auf die Kleinbernsdorfer Straße anbinden. Die neue Straße, die dann weiter unter der Brücke verläuft, könnte auf die Crimmitschauer Straße in Langenhessen münden. Dann würde auch nur eine viel kleinere Brücke für die Westtrasse benötigt als das jetzt geplante 325 Meter lange Riesen-Bauwerk. Die Brücke könnte mit einem Damm, der aus dem anfallenden Erdaushub entlang der Trasse angelegt wird, angebunden werden", sagt der Senior. "Das Geld, das mit dem Bau einer kleineren Brücke gespart werden würde, reicht locker für die Finanzierung der Straßenverlegung, zumal es sich dabei nur um ein paar Meter handelt", sagt der 81-Jährige. Die bisherige Unterführung wäre dann nicht mehr erforderlich.
Das Nadelöhr an der Seelingstädter Straße.
Foto: Thomas Michel
Das Wirtschaftsministerium ist von der Idee des Seniors nicht begeistert. "Die Verlegung der Seelingstädter Straße war im Zuge des Planfeststellungsverfahrens kein Thema. Die Planungen sind abgeschlossen", sagt Referentin Kathleen Brühl. Das Ministerium bleibt dabei: Einen neuen Bau statt der überalterten Unterführung wird es nicht geben. "Durch die zeitnahe Realisierung der beiden Bauabschnitte zwischen Werdau und Langenhessen sowie auf Neukirchener Flur ist ein Ersatzbau nicht erforderlich", sagt Ministeriumssprecher Florian Schäfer.
Nach dessen Worten wird im dritten Quartal mit den Arbeiten zur Verlegung der Staatsstraße 289 nördlich von Werdau - dem 2,3 Kilometer langen Teilstück zwischen Ronneburger Straße und Seelingstädter Straße - begonnen. Zunächst seien Abbrucharbeiten geplant, um Baufreiheit für die Strecke zu schaffen. Das betreffe einige Kleingärten und das ehemalige Kartoffellagerhaus in Langenhessen. Zurzeit wird Schäfer zufolge die Vergabe der Leistungen vorbereitet.

