Bürgermeister Bürgermeister Frank Rose.

Foto: Thomas Michel

Schulanbau in Langenbernsdorf hat oberste Priorität

Am 3. August beginnt Bau von Feuerwehrgerätehaus- Ziel: Verbesserung der medizinischen Versorgung

Langenbernsdorf. Seit 15. März hat Frank Rose (parteilos) in der 3800 Einwohner zählenden Gemeinde Langenbernsdorf das Sagen. Im Gespräch mit Uwe Mühlhausen zieht der 44-Jährige eine erste Bilanz seiner Tätigkeit und nennt die wichtigsten Aufgaben.

Freie Presse: Die ersten 100 Tage als Bürgermeister haben Sie hinter sich. Sind die Erwartungen erfüllt worden?

Frank Rose: Ich wusste im Vorfeld ungefähr, was mich erwartet. Sonst hätte ich mich nicht zur Wahl gestellt. Ich war zuvor mehrere Jahre stellvertretender Bürgermeister und habe das Amt auch während der Krankheit meiner Amtsvorgängerin einige Zeit ausgeübt. Doch wenn man es hauptberuflich macht, ist das schon etwas anderes.

Freie Presse: Was ist denn der Unterschied?

Man trägt mehr Verantwortung und muss ganz andere Entscheidungen treffen als es der Stellvertreter tut. Das fällt nicht immer leicht, da viele Entscheidungen finanziellen Zwängen unterliegen.

Freie Presse: Das haben Sie erst vor ein paar Tagen zu spüren bekommen. Die geplante Horterweiterung, eines der wichtigsten Vorhaben in der Gemeinde, musste aufgrund der Absage der Fördergelder auf Eis gelegt werden. Wie erklärt man das den Wählern?

Im Leben gibt es nicht nur Erfolge, sondern auch Niederlagen. Das ist in der Kommunalpolitik nicht anders. Damit muss man umgehen können und das auch akzeptieren. Im Fall des Hortes schmerzt das besonders, weil es hier um die Jüngsten in der Gemeinde geht. Da spreche ich als Vater von zwei Kindern, auch, wenn diese nicht mehr im Hortalter sind. Wichtig ist jetzt, nach vorn zu blicken und zu sehen, wie wir gemeinsam eine Lösung finden. Für die Gemeinde und den Rat hat das Vorhaben Priorität.

Freie Presse: Das Verhältnis zwischen dem Gemeinderat und Ihrer Amtsvorgängerin war in der Vergangenheit sehr angespannt. Wie schätzen Sie die jetzige Zusammenarbeit ein?

Ich möchte nicht zurück, sondern nach vorn schauen. Vor der Wahl habe ich gesagt, dass ich auf eine konstruktive Arbeit mit dem Gemeinderat, dem ich bis zu meiner Wahl selbst mehrere Jahre angehörte, Wert lege. An der Aussage halte ich fest. Nur in Gemeinsamkeit können wir die anstehenden Aufgaben lösen. Dass es dabei auch manchmal unterschiedliche Auffassungen gibt, ist legitim und gehört zur Demokratie. Was am Ende zählt, ist das Ergebnis.

Freie Presse: Können Sie ein Beispiel nennen?

Ich denke da zum Beispiel an den Bau des Feuerwehrgerätehauses in Langenbernsdorf. Ein Problem, das uns seit Jahren beschäftigt. In diesem Jahr können wir das Vorhaben endlich in die Tat umsetzen. Die Standortfrage ist geklärt, der Grundstückserwerb vollzogen, die Entwürfe verfasst und die Finanzierung gesichert. Am 3. August vollziehen wir den ersten Spatenstich. Läuft alles nach Plan, steht noch in diesem Jahr der Rohbau.

Freie Presse: Sie haben Landwirtschaft studiert und bis zum Amtsantritt einen Bio-Bauernhof betrieben, den nun Ihre Frau führt. Schlägt Ihr Herz inzwischen mehr für die Kommunalpolitik oder die Landwirtschaft?

In der Landwirtschaft kenne ich mich aus. Das war bis vor vier Monaten mein Leben. An die neue Tätigkeit habe ich mich inzwischen gewöhnt. Ich bin zum einen im Rathaus gut aufgenommen worden und habe Mitarbeiter, die ihren Job verstehen und ihn auch gut machen. Zum anderen gibt es verschiedene Bildungsangebote, um sich im Verwaltungs- und Kommunalrecht zu qualifizieren. Außerdem wurde ich im Kreis der anderen Bürgermeister gut aufgenommen und kann diese auch um Rat fragen. Was den Landwirtschaftsbetrieb betrifft, so schaue ich vor Dienstantritt oder abends schon ab und zu noch in den Stall. Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist aber das Amt als Bürgermeister. Wenn ich etwas mache, dann mit vollem Einsatz und richtig. Die Landwirtschaft ist jetzt nur noch Freizeitbeschäftigung.

Freie Presse: Bleibt dann noch Zeit für andere Hobbys?

Die nehme ich mir. Entspannung finde ich beispielsweise beim Radfahren. Ich habe voriges Jahr meine Tochter bei der Radtour des Werdauer Gymnasiums von der Ostsee nach Werdau begleitet. In diesem Jahr mache ich es bei meinem Sohn, der ebenfalls das Gymnasium in Werdau besucht. Dabei legen wir an fünf Tagen knapp 700 Kilometer zurück.

Freie Presse: Welches sind die nächsten Aufgaben, die als Bürgermeister Ihren ganzen Einsatz erfordern?

Da gibt es eine ganze Menge. Dazu gehören unter anderem die baulichen Veränderungen in unseren drei Kindereinrichtungen. Wir müssen uns auch Gedanken machen, wie wir künftig das Parkplatzproblem während der Osterbrunnenzeit in Niederalbertsdorf lösen. Ebenso geklärt werden muss die unbefriedigende Situation mit dem Fußballplatz der SG Trünzig. Weiterhin gilt es, die medizinische Versorgung im Ort zu verbessern. Nicht unerwähnt lassen möchte ich zudem die Vorbereitungen für die 700-Jahr-Feier von Trünzig.

 
erschienen am 18.07.2012
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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