Straßenwärter Manuel Hillmann von der Straßenmeisterei Werdau bereitet einen Schneepflug für seinen Einsatz vor. Der Lagerplatz mit den Salzsilos (im Hintergrund) befindet sich auf einem anderen Grundstück. Beide Flächen werden durch eine Staatsstraße getrennt.
Foto: Thomas Michel
Straßenmeisterei bekommt einen Neubau
Unklar ist derzeit noch, wer wann für die Kosten aufkommt
Werdau. Seit Jahren wird über einen Ersatzbau für die Straßenmeisterei an der Greizer Straße diskutiert und dazu mehrere Standorte geprüft. Jetzt sind die Würfel gefallen. Errichtet werden soll der Neubau im Gewerbegebiet an der Crimmitschauer Straße. Darauf haben sich nach einer Besichtigung des Geländes in Langenhessen Vertreter des sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie des Straßenbauamtes Chemnitz und des Landratsamtes geeinigt.
"Zurzeit werden die Unterlagen für die Einstellung der Kosten in den Haushalt bearbeitet. Eine Entscheidung zu einem möglichen Baubeginn steht noch aus und wird 2012 erwartet", sagt Roland Krause vom zuständigen Ministerium in Dresden. Eine Nachricht, die für die Stadt überraschend kommt. "Die Information aus dem Ministerium liegt uns noch nicht vor", sagte am Mittwoch Rathaussprecher André Kleber. Benötigt werden für den Neubau rund 10.000 Quadratmeter. Ein Grundstück in der Größe hat die Stadt bereits reserviert.
Unklar ist derzeit noch, wer die Kosten für den vier bis fünf Millionen Euro teuren Neubau trägt. "Das gilt es noch zu klären", sagt Krause. Einen Termin konnte er nicht nennen. Nach Aussagen von Landtagsabgeordnetem Jan Löffler, der sich in den zurückliegenden Monaten für den Neubau im Wirtschaftsministerium stark gemacht hat, sollen die Gespräche bereits im Januar stattfinden. "Es gab mehrere Finanzierungsmodelle, die bisher diskutiert wurden. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab", sagt der CDU-Politiker, ohne konkreter darauf eingehen zu wollen. "Dafür ist es noch zu früh."
Der Knackpunkt bei den Verhandlungen: Eigentümer der Immobilie an der Greizer Straße ist der Freistaat. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei sind seit der Kreisgebietsreform am 1. August 2008 beim Landkreis angestellt. Zuvor waren die Behörde und deren Aufgaben beim Straßenbauamt Zwickau angesiedelt. Dabei wurde jahrelang die Dienststelle an der Ortsgrenze von Werdau vernachlässigt. Die zwei Grundstücke der Straßenmeisterei werden noch immer durch eine Staatsstraße getrennt. "Die Fahrzeuge und dazugehörige Technik mit einem Wert von zirka zwei Millionen Euro stehen auf einem unbefestigten Platz und werden nicht, so wie es sein sollte, in einer Gerätehalle abgestellt und gewartet", sagt Thomas Lobe, Leiter des Amtes für Straßenbau im Landratsamt. Besonders in der kalten Jahreszeit müssten die Straßenwärter, bevor sie mit dem Winterdienst beginnen könnten, die Fahrzeuge von Eis und Schnee befreien. "Dadurch ist der Verschleiß der Fahrzeuge bedeutend größer als bei untergestellten." Außerdem würden die Verwaltungs-, Aufenthalts- und Sanitärräume keinesfalls mehr den heutigen Anforderungen entsprechen.
"Was ebenfalls fehlt, das ist ein großes Streusalzsilo", sagt Thomas Lobe. Am Standort gebe es derzeit zwei Behälter mit einem Gesamtfassungsvermögen von 150 Tonnen. Bei großen Schneemengen würde die vorhandene Streumenge an einem Tag verbraucht. Lobe: "Das war im zurückliegenden Winter mehrmals der Fall und kann sich jederzeit wiederholen."


